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Schwere Unwetter
Mehr als 70 Tote bei Unwettern in China - Tornado und Hagel

China: Über 70 Tote bei Unwettern in der Provinz Jiangsu
Der Tornado hat nur Verwüstung hinterlassen. FOTO: afp, GB
Peking. Seit Wochen werden der Süden und der Osten Chinas von Unwettern und Überschwemmungen heimgesucht. Nun zieht auch noch ein Tornado eine Spur der Verwüstung durch eine dicht bevölkerte Gegend in der Nähe von Shanghai.

Eine Stadt im Osten Chinas ist am Donnerstag von einem gewaltigen Tornado und einem Hagelsturm heimgesucht worden. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, kamen rund um Yancheng in der Nähe von Shanghai 78 Menschen ums Leben. Der Sturm zerstörte zahlreiche Häuser, kippte Autos um und riss Bäume und Strommasten nieder. Mindestens 500 Menschen wurden verletzt, 200 waren in kritischem Zustand.

Der Tornado fegte mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 125 Kilometern pro Stunde über die beiden Vororte Funing und Sheyang hinweg. Der staatliche Sender CCTV zeigte Aufnahmen von Menschen, die Verletzte in die Krankenhäuser trugen. Die Straßen waren durch umgeknickte Bäume und Stromleitungen blockiert. Die betroffene Gegend in der Provinz Jiangsu ist dicht bevölkert, es gibt dort eine Reihe großer Bauernhöfe und Fabriken.

"Ich hörte den Hagel und bin nach oben gerannt, um die Fenster zu schließen", sagte der Überlebende Xie Litian der Nachrichtenagentur Xinhua. "Ich war noch nicht einmal oben auf der Treppe angekommen, als ich einen Knall hörte und sah, wie die ganze Wand mit dem Fenster darauf weggerissen wurde." Auch der Rest seines Viertels sei komplett verwüstet worden, sagte der 62-Jährige. "Es war wie das Ende der Welt."

Die Feuerwehr von Jiangsu teilte mit, dass Helfer in der gesamten Gegend im Einsatz seien. Einige von ihnen versuchten demnach, gefährliche Chemikalien in einer Fabrik für Solarpaneele in Funing sicherzustellen.

Im Süden und Osten Chinas hatten Regen und Stürme in den vergangenen Wochen zu Überschwemmungen mit mehreren Toten geführt. Der Monsunregen ging nach Angaben der Behörden in diesem Jahr weit über das übliche Maß hinaus. Einige Flüsse in Südchina hätten noch höhere Pegelstände als 1998, als China von einer Flutkatastrophe heimgesucht worden war, hieß es.

Tornados gibt es in China zwar immer wieder in den Sommermonaten, doch kaum jemals mit einer solchen Stärke wie am Donnerstag. Auf Fotos waren Leichen auf den Straßen zu sehen. Von einem dreistöckigen Schulgebäude hatte der Tornado das Dach und die oberste Etage heruntergerissen. Alle Fenster zerbrachen, auf dem Sportplatz lagen Baumstämme herum.

(dpa/ap/tak)
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