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Ostchinesisches Meer
Nach Tanker-Unglück breiten sich große Ölteppiche aus

Ostchinesisches Meer: Nach Tanker-Unglück breiten sich große Ölteppiche aus
Die Ölteppiche erstrecken sich über mehrere Kilometer. FOTO: rtr, KKH/MDP
Peking. Die Umweltschäden nach dem Untergang des Tankschiffes "Sanchi" im Ostchinesischen Meer könnten größer sein als zunächst angenommen. Experten warnen vor giftigem Kondensat.

Eine Woche brannte die "Sanchi" lichterloh, bis der Tanker Sonntag versank. Zwei Ölteppiche, einer 15 Kilometer und der andere 18 Kilometer lang, wurden jetzt in der Nähe der Untergangsstelle entdeckt, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag unter Berufung auf die Meeresverwaltung des Landes berichtete.

Schiffe und ein Flugzeug seien im Einsatz, um die Entwicklung zu beobachten. Chinesische Umweltexperten warnten vor den Folgen des Tankerunglücks. "Das Öl gefährdet viele Lebewesen im Meer", sagte Ma Jun vom Pekinger Institut für Umweltangelegenheiten der Deutschen Presse-Agentur. Das Kondensat, das aus dem gesunkenen Tanker austrat, sei giftig für Fische und Seevögel. Wie gravierend die Schäden tatsächlich ausfallen, hänge davon ab, wie viel des giftigen Stoffes vorher verbrannte und wie viel ins Meer gelangen konnte. Dies könne jedoch erst nach weiteren Untersuchungen und Messungen gesagt werden.

Das Bild vom 14. Januar zeigt den brennenden Frachter vor dem Untergang. FOTO: ap, AW

Bedrohung für den Menschen

Sollten Fischern verseuchte Tiere ins Netz gehen, die dann verkauft werden, könnte dies auch für Menschen gesundheitliche Probleme zur Folge haben, warnte Lin Boqiang, ein weiterer chinesischer Umweltfachmann, laut der staatlichen Zeitung "Global Times".

Bereits am Montag hatte der Umweltschutzverband WWF wegen des gesunkenen iranischen Öltankers vor schlimmen Folgen für die Natur gewarnt. Nach Angaben der Umweltschützer hatte das Schiff 136.000 Tonnen Ölkondensat geladen und 1000 Tonnen giftiges Schweröl als Treibstoff an Bord. Kondensat ist ein besonders leichtes und wertvolles Erdöl - aus ihm wird beispielsweise Benzin erzeugt.

Aus der Vogelperspektive ist der Ölteppich gut zu erkennen. FOTO: ap, MAS

Komplexe Meeresströmungen

Die Meeresströmungen an der Schwelle zwischen Gelbem und Ostchinesischem Meer seien so komplex, dass kaum vorherzusagen sei, wohin der Ölteppich driften werde. Der iranische Tanker war vor etwa einer Woche rund 300 Kilometer östlich von der Hafenstadt Shanghai entfernt mit einem chinesischen Getreidefrachter kollidiert.

Am Sonntag sank der Tanker. An Bord waren 30 Seeleute aus dem Iran und zwei aus Bangladesch, für die es laut iranischem Verkehrsministerium keine Hoffnung mehr gibt.

(gaa/dpa)
 
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