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Organisierte Kriminalität
Bundespolizei nimmt Anführer eines Schleuserrings fest

Bundespolizei nimmt Anführer eines aktiven Schleuserrings fest
Die Bundespolizei hat in Hessen zwei internationl agierende Schleuser festgenommen. FOTO: Bundespolizei
Gedern. Die Bundespolizei hat in Hessen zwei Männer festgenommen, die zu einem international aktivem Schleuserring gehören. Sie sollen mindestens 34 Personen in die EU geschleust haben.

Nach umfangreichen verdeckten Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gießen haben Beamte am Mittwochmorgen einen 36-Jährigen und einen 44-Jährigen festgenommen. Gegen beide lag ein Beschluss zur Untersuchungshaft vor. Die Ermittlungen fanden nach Auskunft der Polizei in enger Zusammenarbeit mit den österreichischen und ungarischen Behörden statt.  Die Festgenommenen gehören zu einem international agierenden Schleuserring. Sie stehen seit Dezember 2015 im Fokus der Ermittler.

Festgenommene sollen Menschen eingeschleust haben

Den beiden Männern wird vorgeworfen, seit August letzten Jahres mindestens 34 Personen über die sogenannte "Balkanroute" nach Deutschland und in andere Staaten der Europäischen Union eingeschleust zu haben. Zudem liegen den Ermittlern derzeit noch Spuren zu mindestens 20 weiteren Fällen vor, die die mutmaßlichen Täter bereits im vergangenen Jahr organisiert und durchgeführt haben sollen.

Für die Überfahrten rekrutierten die Hauptbeschuldigten jeweils Fahrer, die die Menschen dann auf Ladeflächen von Klein-LKW unter menschenunwürdigen Bedingungen zusammengepfercht hatten. Die geschleusten Personen mussten für die Fahrt zwischen 3000 und 4000 Euro bezahlen.

Die aus der Türkei stammenden Männer gelten nach bisherigen Ermittlungen in mehreren Fällen als Hauptverdächtige. "Ihre Vorgehensweise kann dem Deliktsfeld der Organisierten Kriminalität zugeordnet werden", sagte Polizeioberrat Hans-Peter Schneider, Leiter der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Bexbach mit Sitz in Frankfurt am Main.

Die Wohnungen der Festgenommenen sowie die von sechs weiteren Verdächtigen wurden von Einsatzkräften der Bundespolizei durchsucht. "Wir konnten umfangreiches Beweismaterial sicherstellen, darunter zwei scharfe Pistolen mit entsprechender Munition", sagte der Polizeioberrat.

Ferner nahmen die Beamten in der Wohnung des 36-Jährigen einen Mann mit gefälschten bulgarischen Ausweispapieren fest. Gegen den Festgenommenen wird wegen des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und Urkundenfälschung ermittelt.

Polizei ermittelt gegen weitere Verdächtige

Neben den beiden Hauptverdächtigen richten sich die Ermittlungen noch gegen 13 weitere Personen, die von den mutmaßlichen Schleusern als Helfer angeworben worden sein sollen, teilte die Polizei mit. Auf die Spur der Bande kam die Bundespolizei nach Hinweis eines Zeugen, der nach seinen Angaben selbst als Fahrer eines Schleuserfahrzeuges angeheuert werden sollte.

Die mutmaßlichen Täter werden heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen dem Haftrichter vorgeführt.

(rent)
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