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Nach Video mit Kanzlerin Merkel
Flüchtlingskind Reem kann wohl in Deutschland bleiben

Flüchtlingskind Reem kann wohl in Deutschland bleiben
Die Kanzlerin im Gespräch mit Reem. FOTO: dpa, kno
Berlin. Gibt es ein Happy End für Reem? Das bei einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Tränen ausgebrochene Flüchtlingsmädchen hat offenbar gute Chancen, mit ihrer Familie in Deutschland bleiben zu können.

Der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling will einen möglichen Abschiebebeschluss in diesem und ähnlichen Fällen zunächst nicht vollziehen, wie sein Sprecher dem "Tagesspiegel" sagte. Die Familie kann zudem vermutlich auf Neuregelungen beim Bleiberecht bauen.

Die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), machte dem Mädchen grundsätzlich Hoffnung, dass ihr keine Abschiebung droht. "Ich kenne natürlich nicht die persönlichen Umstände des Mädchens, aber sie spricht perfekt Deutsch und lebt offenbar schon länger hier", sagte Özoguz "Spiegel Online". Genau für diese Lebenslagen sei ein Gesetz geändert worden, "damit hier integrierte Jugendliche eine Perspektive bei uns bekommen". Niemand in Deutschland habe ein Interesse daran, "lange bei uns lebende Menschen noch wegzuschicken".

Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums verwies auf das Gesetz, das unter anderem erleichterte Regelungen für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis vorsehe. Dies gelte gerade auch für junge gut integrierte Menschen. Er hob zugleich hervor, dass er nicht auf den konkreten Einzelfall eingehen könne.

Das Video, in dem die Reaktion Merkels auf die Tränen der Schülerin zu sehen ist, stieß derweil auf immenses Interesse. Das von der Bundesregierung veröffentlichte Video wurde nach Angaben einer Regierungssprecherin bis Freitagmittag 400.000 Mal abgerufen. Die Regierung wollte den umstrittenen Umgang der Kanzlerin mit der Schülerin aber nicht weiter kommentieren. Jeder könne sich ein eigenes Bild von der Situation machen, sagte die Sprecherin zu der kontroversen Diskussion über die Reaktion Merkels.

Die palästinensische Schülerin aus dem Libanon hatte am Mittwoch bei einem Gespräch Merkels mit Jugendlichen in Rostock zu weinen begonnen, als sie von ihrer Sorge erzählte, abgeschoben zu werden. Merkel versuchte daraufhin, sie zu trösten. Die Kanzlerin streichelte sie dabei auch, nachdem sie zuvor mehrere Minuten mit ihr über die Flüchtlingspolitik gesprochen hatte. Ihre Reaktion löste kontroverse Diskussionen aus. Zahlreiche Menschen kommentierten den Umgang der Kanzlerin mit der Schülerin im Internet unter dem Hashtag #merkelstreichelt.

(AFP)
 
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