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"Tagesthemen" und "heute journal" - seit 40 Jahren auf Sendung

"heute journal" und "Tagesthemen" - seit 40 Jahren auf Sendung
Die erste Sendung der "Tagesthemen" am 2.Januar 1978 mit dem ersten Moderator Klaus Stephan und Nachrichtensprecher Karl-Heinz Köpcke. FOTO: dpa, kde
Hamburg/Mainz. Am 2. Januar 1978 starteten die beiden öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformate "Tagesthemen" und "heute journal". Das Konzept gilt heute noch als aktuell.

In Hamburg begann die Revolution mit einem missgestimmten "Tagesschau"-Chefsprecher: Aus Protest, dass er und seine Kollegen bei den "Tagesthemen" nur noch an zweiter Stelle nach dem Moderator standen, raschelte Karl-Heinz Köpcke in der ersten Sendung unüberhörbar mit dem Papier und gähnte auch noch.

Das neue, 30 Minuten lange Format ersetzte die Spätausgabe der "Tagesschau". Viele Zuschauer empfanden den Start als "kleine Revolution", manche die Sendung als "gewöhnungsbedürftig", so der für die ARD-aktuell-Formate zuständige Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Das "heute-journal" im ZDF startete mit Dieter Kronzucker - ebenfalls am 2. Januar 1978. Kronzucker begann die erste Ausgabe ganz sachlich: "Also, wir begrüßen Sie zum heute-journal." Mit "Antenne und Phantasie" sollte die Sendung gemacht werden, schrieb der damalige Chefredakteur Reinhard Appel.

Moderatoren-Duo Claus Kleber und Marietta Slomka

40 Jahre später halten Claus Kleber (62) und Marietta Slomka (48) das Konzept für unverwechselbar. "Die Moderatoren haben eine eigene Persönlichkeit, die Autoren eine eigene Handschrift und natürlich sind Interviews ein wichtiger Bestandteil und sicher ein Markenkern", sagt Slomka. Die Grundidee habe Bestand, aber das Tempo habe sich erhöht, mehr Infos und Bilder müssten auf Authentizität geprüft werden.

Slomka ist seit 2001 als Moderatorin dabei, Kleber seit 2003. Sie werden ergänzt von den Co-Moderatoren Gundula Gause und Heinz Wolf. Einige Interviewpartner sind unvergessen. Bayerns damaliger Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte Kleber 2012 nach minutenlanger deftiger Kritik gegen die CDU: "Sie können das alles senden, was ich gesagt hab'." Slomka und der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel gerieten ein Jahr später aneinander, als es um die Mitgliederbefragung für eine große Koalition ging. "Lassen Sie uns den Quatsch beenden", sagte Gabriel.

Von Januar bis Oktober 2017 sahen das "heute-journal" im Schnitt 3,8 Millionen Zuschauer. Seit Jahren "konstant um die 2,5 Millionen Zuschauer" erreichen die "Tagesthemen" nach Senderangaben im Schnitt pro Ausgabe. Ihre besondere Rolle behielten die Moderatoren und wurden spätestens ab 1985, als ein festes Zweiterteam eingeführt wurde, zu vertrauten Gesichtern - allen voran Hanns Joachim Friedrichs (1985-1995), aber auch Journalisten wie Ulrich Wickert, Sabine Christiansen und Anne Will.

Jubiläumssendung moderieren Miosga und Zamperoni gemeinsam

Heute stehen Caren Miosga (48) und Ingo Zamperoni (43) im wöchentlichen Wechsel vor der Kamera - für die Sendung zum Jubiläum auch gemeinsam, mit der ersten Doppelmoderation der Sendung. In die Zukunft schauen beide zuversichtlich. "Vielleicht gibt es künftig andere Ausspielwege und diesen Kasten namens Fernseher nicht mehr, aber das Bedürfnis nach hintergründigen Nachrichten, nach Einordnung und Erklärung wird bleiben und sogar wachsen, davon bin ich überzeugt", erklärt Miosga.

Zamperoni unterstreicht die Präsenz auf allen Plattformen, online und linear würden immer mehr verzahnt. "Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann gar keine Fernseher mehr und wir schauen Nachrichten nur noch auf dem Tablet oder Smartphone. Und wir probieren da gerade auch einiges aus, auch in den sozialen Netzwerken, aber es weiß doch niemand wirklich, wohin die reise geht."

ZDF-Intendant spricht von "Flaggschiff"

Der erste Chefredakteur bei ARD-aktuell, Kai Gniffke, hält die "Tagesthemen" als hintergründige und erklärende Sendung für wichtiger denn je. "Denn Phänomene wie Globalisierung und Digitalisierung bereiten vielen Menschen Sorge", sagt er. "Es ist aber nicht Aufgabe eines Nachrichtenmagazins, Ängste zu verstärken oder zu zerstreuen, sondern Zusammenhänge klarzumachen, um den Zuschauern ein Urteil zu ermöglichen."

ZDF-Intendant Thomas Bellut nennt das "heute-journal" ein Flaggschiff - unter anderem, weil dort immer wieder überraschende Perspektiven gewählt würden. Kleber und Slomka sind für ihn ein "Super-Duo".

(dpa)
 
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