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Rom
Adriano Celentano wird 75 Jahre
Rom. Der Mann mit der Reibeisenstimme feierte mit Italo-Pop und Klamauk Erfolge. Von Arnd Gaudich

"Das süße Leben" des Adriano Celentano begann im Jahr 1959. In dem gleichnamigen Film hatte Italiens späterer Superstar zwar nur eine Statistenrolle, doch fortan ging es mit seiner Karriere steil bergauf. Celentano wurde weit über die Grenzen Italiens hinaus berühmt, als Mann mit dem lässigen Gang, der flapsigen Wortwahl und dem Talent zur Selbstdarstellung. Morgen feiert der "Azzuro"-Interpret seinen 75. Geburtstag.

Nach seinem ernsthaften Filmdebüt drückte Adriano Celentano beinahe 40 Filmen seinen eigenen, ganz und gar unseriösen Stempel auf. Titel wie "Ein seltsamer Typ", "Der große Bluff" und "Der gezähmte Widerspenstige" sind für Celentano bezeichnend. Nicht selten ließ er mit Klamauk die Kinokassen klingeln. Der Norditaliener machte sich liebend gern zum Affen, natürlich auch in der Erfolgskomödie "Gib dem Affen Zucker" an der Seite von Ornella Muti. So präsent wie auf der Leinwand war Celentano auch in den Charts. Beinahe jährlich schenkte er seinen Fans ein neues Album, Dutzende Alben brachte der Mann mit der Reibeisenstimme in mehr als einem halben Jahrhundert auf den Markt. Seine Lieder wie "Una festa sui prati" und "24 000 baci" kann eine ganze Generation zumindest mitsummen – auch wenn es mit der italienischen Sprache gelegentlich hapert. Mit seinem wohl bekanntesten Hit "Azzurro" (von Paolo Conte komponiert) ließ Celentano im Jahr 1968 erstmals die Diskotheken in aller Welt erbeben. Musikfans wählten "Himmelblau" zum beliebtesten Italo-Song außerhalb Italiens.

Bereits in der fünften Klasse hatte Adriano Celentano die Schule beendet, um eine Ausbildung als Uhrmacher zu beginnen. Nach einigen Auftritten als Komiker und Imitator dann der erste Erfolg: Celentano singt 1957 bei einem Rockfestival in Mailand, legt einen Hüftschwung wie der King des Rock 'n' Roll hin – und gilt plötzlich als Italiens Antwort auf Elvis Presley.

Mit seiner lockeren und einnehmenden Art feierte Celentano auch auf dem Fernsehschirm Erfolge. Ende der 80er Jahre sorgte er als Moderator der Sendung "Fantastico" wegen seiner hohen Gage und politischen Äußerungen für Schlagzeilen. "Ich könnte fünf Millionen Wählerstimmen verschieben", sagte er einmal im Rai-Fernsehen. Im Jahr 2005 hielt er dem damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi im Staatsfernsehen vor, die Pressefreiheit zu verletzen. Celentano hat noch nicht vor, leiser zu werden.

Quelle: RP
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