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Eskalation in Nahost
Hamas versteckt Raketen in UN-Schule

Überblick: Chronologie zum Konflikt im Nahen Osten
Überblick: Chronologie zum Konflikt im Nahen Osten
Jerusalem . Im Konflikt zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas sind in einer vom UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) im Gazastreifen betriebenen Schule Raketen gefunden worden.

Wie die UN-Organisation am Donnerstag mitteilte, wurden am Vortag in einer derzeit leer stehenden Einrichtung etwa 20 Geschosse entdeckt. Das Hilfswerk verurteilte das Verstecken der Waffen in der Schule als "schamlose Verletzung" des internationalen Rechts. Weiter hieß es, die Raketen seien aus dem betroffenen Gebäude entfernt worden. Es habe sich um den ersten derartigen Zwischenfall gehandelt. Nach dem Fund sei eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, erklärte UNRWA.

In anderen UNRWA-Schulen im Gazastreifen sind derzeit etwa 22.000 palästinensische Flüchtlinge untergebracht. Als Reaktion auf massiven Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen fliegt Israel seit dem 8. Juli Luftangriffe auf Ziele in dem Küstengebiet. Bis Donnerstag wurden mindestens 230 Palästinenser und ein Israeli getötet. Bemühungen um einen längerfristigen Waffenstillstand scheiterten bisher.

Derweil hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan deutliche Worte gewählt: Angesichts der israelischen Offensive im Gazastreifen mit mehr als 230 getöteten Palästinensern hat er schwere Vorwürfe gegen Israel gerichtet. Die Angriffe seien der "Versuch eines systematischen Genozids" an den Palästinensern, sagte der Regierungschef am Donnerstag während einer internationalen Konferenz muslimischer Würdenträger in Istanbul.

"Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit einer derartigen Situation konfrontiert sind", fügte Erdogan hinzu. Nach der Staatsgründung Israels und der Vertreibung der Palästinenser 1948 gebe es jeden Tag und jeden Monat, besonders jedoch im muslimischen Fastenmonat Ramadan, den "Versuch eines systematischen Genozids" seitens Israels. Erdogan, der enge Beziehungen zur radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas unterhält, prangerte zugleich die "Tatenlosigkeit" der internationalen Gemeinschaft angesichts der nahezu ununterbrochenen Angriffe der israelischen Armee an. An die muslimischen Länder richtete er den Appell: "Wie lange wollt ihr noch schweigen, während eure Brüder feige massakriert werden?" Am Freitag wird Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu Gesprächen mit dem türkischen Staatschef Abdullah Gül in der Türkei erwartet.

(DEU)
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