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Nach Putschversuch
Türkei will 20.000 neue Lehrer einstellen

Nach Putschversuch: Türkei will 20.000 neue Lehrer einstellen
Nach dem Putschversuch hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan tausende Lehrer entlassen. Er will sie nun durch neue Kräfte ersetzen. FOTO: ap, BO
Istanbul . Nach dem Putschversuch und der Entlassungswelle der vergangenen Tage will die Türkei mehr als 20.000 neue Lehrer einstellen. Bildungsminister Ismet Yilmaz kündigte am Wochenende an, die Pädagogen würden an staatlichen wie auch an privaten Schulen jene ersetzen, die ihrer Posten enthoben worden seien.

Ursprünglich seien Neueinstellungen erst für kommenden Februar geplant gewesen. Aufgrund der "neu entstandenen Situation" werde man aber schneller reagieren. Dabei geht es unter anderem um Bildungsinstitute mit Verbindungen zum islamischen Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich macht. Der in den USA lebende Geistliche streitet jede Verwicklung in den Staatsstreich ab.

Fast 1000 Schulen wurden geschlossen

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bekannt gemacht, dass 15 Universitäten, 934 Schulen und 109 Studentenheime wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Gülen geschlossen worden seien. Auch Hunderte Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wurden laut einem Bericht der amtlichen Agentur Anadolu dicht gemacht.

Seit dem Putschversuch wurden Tausende mutmaßlich regierungskritische Militärs, Richter und Beamte festgenommen und Zehntausende ihrer Ämter enthoben. Seit Freitag gilt zudem ein dreimonatiger Ausnahmezustand, der Erdogan das Regieren per Dekret und eine weitere Einschränkung der Bürgerrechte erlaubt.

Erdogan kritisiert "westliche Freunde"

Kritik aus dem Ausland an seinem Vorgehen verbat sich Erdogan am Wochenende. Die Türkei habe keine andere Wahl, als strikte Sicherheitsmaßnahmen durchzusetzen, sagte er dem Sender France 24 in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Er könne nicht verstehen, warum "westliche Freunde" dies nicht erkennen könnten.
Europäische Regierungen hatten Sorge um Demokratie und Menschenrechte in der Türkei geäußert.

(lai/ap/dpa)
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