Annährung mit Nordkorea Südkoreas Präsident ist zu Treffen mit Kim Jong Un bereit

Seoul · Nach der vorsichtigen Annäherung zwischen Nord- und Südkorea hat sich nun der Präsident von Südkorea geäußert. Er wäre unter unter bestimmten Bedingungen zu einem Treffen mit Kim Jong Un bereit.

 Moon Jae In bei seiner Neujahrspressekonferenz.

Moon Jae In bei seiner Neujahrspressekonferenz.

Foto: Kim Hong-Ji/ap

Der Präsident Südkoreas nennt die jüngste Annäherung der beiden koreanischen Staaten einen guten Start. Doch warnte er vor zu großen Erwartungen. "Wir haben einen Dialog begonnen, doch wir haben noch nicht über den Atomstreit (mit Nordkorea) geredet", sagte Moon Jae In am Mittwoch bei seiner Neujahrspressekonferenz in Seoul. "Wir sollten uns nicht zu früh freuen."

Einen Tag nach den ersten innerkoreanischen Gesprächen seit zwei Jahren bekräftigte Moon, "unter den richtigen Bedingungen" zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit zu sein. Falls "konkrete Ergebnisse" erzielten werden könnten, würde er solch einem Treffen zustimmen.

Moon versuchte Bedenken zu zerstreuen, wonach es im Umgang mit dem Nordkorea-Konflikt zu Differenzen mit dem Verbündeten USA komme, denen Pjöngjang eine feindselige Politik vorwirft. US-Präsident Donald Trump habe "viel dafür getan", dass die Gespräche mit Nordkorea überhaupt zustande gekommen seien. Dafür sei er ihm dankbar, sagte Südkoreas linksliberaler Staatschef. Trump hatte zuvor die Gespräche als Erfolg seiner harten Linie gegenüber Nordkorea gewertet. "Es gibt keine Differenzen zwischen den USA und Südkorea", beteuerte Moon.

Moon äußerte erneut seine Hoffnung, dass die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen auch zu einer Beilegung des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm führen könne. Die Verhinderung eines weiteren Krieges und die Schaffung einer atomwaffenfreien Halbinsel sei das "Endziel". Er werde sich für weitere Gespräche zwischen den beiden Koreas einsetzen.

Sollte Nordkorea allerdings neue "Provokationen" unternehmen, werde die internationale Gemeinschaft darauf mit neuen Sanktionen antworten, sagte Moon. Seoul werde keine andere Wahl haben, eine Politik des Dialogs und gleichzeitiger Sanktionen weiterzuverfolgen.

Die innerkoreanischen Gespräche wurden international begrüßt. In einer Drei-Punkte-Erklärung kündigten die beiden Länder ihre Absicht an, die hochrangigen Treffen fortzusetzen und den Austausch in verschiedenen Bereichen wiederzubeleben.

USA begrüßen den Ausgang der Gespräche

Nordkorea bot an, neben Regierungsvertretern und Athleten auch Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees, Künstler, eine Fangruppe, ein Taekwondo-Demonstrationsteam, Beobachter sowie Reporter zu den Winterspielen zu schicken. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte angekündigt, nach den politischen Gesprächen sehr schnell darüber beraten zu wollen, wie eine Teilnahme Nordkoreas konkret umgesetzt werden könne. Für die Spiele hatten sich nur die nordkoreanischen Eiskunstläufer Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik qualifiziert, sich jedoch nicht fristgerecht angemeldet.

Die Gespräche in Panmunjom kamen nach den überraschenden Entspannungssignalen des nordkoreanischen Machthabers zustande. Kim hatte am Neujahrstag die Entsendung einer Abordnung zu den Winterspielen in Aussicht gestellt. Er drohte jedoch zugleich den USA erneut, die Atomwaffen seines Landes könnten das gesamte US-Festland erreichen.

Die USA begrüßten den positiven Ausgang der Gespräche. Trump habe Moon am 4. Januar deutlich gemacht, dass die USA an friedlichen und erfolgreichen Winterspielen interessiert seien. "Im selben Gespräch verständigten sich die beiden Staatsmänner darauf, die Strategie des maximalen Drucks auf Nordkorea mit dem Ziel einer kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel weiterzuverfolgen", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

(das/dpa)
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