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Verhandlungen in der Schweiz
UN-Generalsekretär sieht Wiedervereinigung Zyperns in Reichweite

UN-Generalsekretär sieht Wiedervereinigung Zyperns in Reichweite
Nicos Anastasiades hofft wie sein Kollege in Nordzypern auf eine Einigung in dem jahrzehntelangen Streit um die Insel. FOTO: dpa
Mont Pelerin. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich zum Auftakt hochrangiger Gespräche über eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeer-Insel Zypern zuversichtlich gezeigt. Eine Einigung noch in diesem Jahr sei möglich.

Das teilte Ban am Montag in Mont Pelerin in der Schweiz mit. In dem verschneiten Ort mit Blick auf den Genfer See sollen bis Freitag der Präsident Nord-Zyperns, Mustafa Akinci, und sein Kollege Nicos Anastasiades aus dem Süden verhandeln. Der Norden der Insel ist seit 1974 von der türkischen Armee besetzt. Der Süden ist griechisch dominiert und gehört seit 2004 zur EU. Beide Seiten haben sich bereits grundsätzlich auf eine künftige Föderation aus zwei Landesteilen mit weitgehender Selbstverwaltung verständigt.

Beide Seiten hoffnungsvoll

Ban sagte, bei dem Treffen gehe es um Hoheitsgebiete und andere Fragen des künftigen Miteinanders. Anastasiades und Akinci hätten ihre Hoffnung bekundet, dass das Treffen den Weg für das letzte Teilstück hin zu einer Einigung noch 2016 ebnen.

Das ist diegegenwärtige Gebietsverteilung auf Zypern. FOTO: dpa

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes begrüßte die Gespräche. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sei im Kontakt sowohl mit Vertretern der Vereinten Nationen (UN) sowie beider Volksgruppen. Es liege auf der Hand, dass bei einer Wiedervereinigung beide Seiten eine Stimme haben müssten und ihre Interessen gelten machen können müssten.

Tausende Türkische Soldaten im Norden

Der Konflikt um die Mittelmeerinsel ist einer der längsten in Europa. International anerkannt ist nur der griechische Teil im Süden, der etwa zwei Drittel Zyperns ausmacht und Mitglied der EU ist. Dort leben 800.000 Menschen. Im Norden sind es 220.000 Menschen. Nordzypern wird nur von der Türkei als Staat anerkannt. Dort sind noch immer tausende türkische Soldaten stationiert. Der Süden fordert deren Abzug. 

Für den geplanten Verbund wird voraussichtlich auch die Waffenstillstandslinie verschoben, die bisher Zypern teilt. Schon vor Jahren hatte sich der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan für ein Ende der Teilung eingesetzt. Das Vorhaben war aber 2004 gescheitert.

(bur/REU)
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