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Ex-Sowjetrepublik
Usbekischer Präsident Karimow ist tot

Usbekischer Präsident Islam Karimow ist tot
Islam Karimow war seit 1989 an der Macht FOTO: dpa, bvj fpt lof
Taschkent. Fast drei Jahrzehnte war er an der Macht, jetzt ist der usbekische Staatschef Karimow nach schwerer Krankheit gestorben. Doch die Nachfolgefrage in dem zentralasiatischen Land gilt als offen. Drohen der früheren Sowjetrepublik nun Machtkampf und Chaos?

Der 78 Jahre alte Islam Karimow ist nach einem Schlaganfall gestorben. Das teilten Regierung und Parlament in der Hauptstadt Taschkent am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit. "In tiefer Trauer verkünden wir den Tod unseres lieben Präsidenten", sagte ein Moderator im Staatsfernsehen in einer Mitteilung an die "Landsleute". 

Regierungschef Schawkat Mirsijajew sei beauftragt worden, die Beisetzung an diesem Samstag in Karimows Heimatstadt Samarkand zu organisieren, meldete die Agentur Interfax. Beobachter sehen dies auch als möglichen Hinweis in der wichtigen Nachfolgerfrage. Aus Moskau soll Regierungschef Dmitri Medwedew zur Beisetzung reisen.

Putin kondoliert

Russlands Präsident Wladimir Putin sprach der Familie sein Beileid aus. Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow würdigte Karimow als talentierten Politiker mit starkem Charakter. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief zu einem tiefgreifenden Wandel in Usbekistan auf. Unter Karimow seien Folter und willkürliche Verhaftungen Teil des Justizsystems geworden.

Der Langzeit-Herrscher regierte in Taschkent seit 1989 mit harter Hand. Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 wurde er zum ersten und bislang einzigen Präsidenten des Landes gewählt. Die Regierung rief nach dem Tod eine dreitägige Staatstrauer aus.

Karimow war am vergangenen Wochenende mit Hirnblutungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Ärzte beschrieben seinen Zustand als kritisch. Örtliche Medien und die eng mit Usbekistan verbundene Türkei hatten hingegen schon früher von Karimows Tod berichtet.

Enge Beziehungen zur Türkei

"Gott hab ihn selig. Als Republik Türkei teilen wir das Leid des usbekischen Volkes", sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim der staatlichen Agentur Anadolu zufolge. Die meisten der rund 32 Millionen Usbeken sind turkstämmig. Die Beziehungen zwischen Ankara und Taschkent sind eng.

Da die Nachfolge offiziell ungeklärt ist, fürchten Experten einen Machtkampf nach dem Tod des Staatschefs. Beobachter vermuten, dass die Behörden daher aus Vorsicht wenig Informationen über Karimows Zustand herausgegeben haben. Das überwiegend muslimisch geprägte Usbekistan gilt als Rückzugsort für islamistische Extremisten.

(crwo/dpa/afp)
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