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Ermittlungen eingeleitet
Missbrauchsvorwürfe gegen Soldaten in Zentralafrika

Menschenrechte 2014: Die größten Konfliktherde
Menschenrechte 2014: Die größten Konfliktherde FOTO: afp, KLC/RBZ/ljm
Paris. Die Pariser Justiz geht Vorwürfen nach, wonach französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik Kinder missbraucht haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Juli 2014 Vorermittlungen wegen sexueller Übergriffe eingeleitet, wie das Verteidigungsministerium am Mittwoch mitteilte.

Französische Soldaten stehen im Verdacht, bei einem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik mindestens zehn Kinder sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft in Paris bestätigte am Mittwoch Ermittlungen. Wie jetzt ebenfalls bekannt wurde, gingen die Vereinten Nationen dem Vorwurf schon vor einem Jahr nach. Beides wurde geheim gehalten, bis die Zeitung "Guardian" davon berichtete.

Wegen Gewaltausbrüchen zwischen Christen und Muslimen hatte Frankreich Ende 2013 Soldaten nach Zentralafrika entsandt. Die UN schickten später eine 12 000 Mann starke Friedenstruppe. Schon Anfang 2014 ging das UN-Menschenrechtsbüro in Bangui "dem ernsten Verdacht sexueller Ausbeutung und Missbrauchs von Kindern durch französisches Militärpersonal" nach, wie das Büro von Generalsekretär Ban Ki Moon mitteilte. Zehn Kinder hätten UN-Mitarbeitern von Missbrauch durch Soldaten am Flughafen M'Poko zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 berichtet.

Die französische Regierung erfuhr nach einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums im Juli 2014 davon. Sollten sich die Beschuldigungen als wahr herausstellen, würden die Täter mit Strafmaßnahmen belegt. Denn dies wäre "ein unerträglicher Angriff auf die Werte eines Soldaten", erklärte das Ministerium.

Ein UN-Mitarbeiter hatte die Informationen über die UN-Untersuchung vergangenes Jahr unter der Hand an die französischen Behörden weiter gegeben. Die schwedische Regierung erklärte, es handele sich um einen Schweden, der inzwischen vom Dienst entbunden und selbst Gegenstand einer internen Untersuchung sei. Sie kritisierte das Vorgehen gegen den Informanten.

Der französische Präsident François Hollande traf am Mittwochabend UN-Generalsekretär Ban. Doch beantworteten sie anschließend keine Fragen von Journalisten und äußerten sich nicht zu dem Verdacht.

(dpa)
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