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4000 Megawatt
Regierung plant acht Kraftwerke als Stromreserve

Diese Arten der Stromerzeugung gibt es
Diese Arten der Stromerzeugung gibt es FOTO: dpa, Robert Schlesinger
Berlin. Die Bundesregierung will zur langfristigen Sicherung der Stromversorgung etwa acht größere Kraftwerke unter Vertrag nehmen. Die Verbraucher werden das bezahlen müssen.

Angesichts wachsender aber schwankender Ökostrom-Mengen sollten 4000 Megawatt Leistung zum Schutz gegen Blackouts als Reserve dauerhaft bereitstehen, heißt es in einem Papier des Wirtschaftsministeriums, das der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Dies entspricht etwa fünf Prozent des Jahreshöchstverbrauchs oder der Leistung von beispielsweise acht größeren Kohlekraftwerken. Die Anlagen sollen dem Staat in einer Ausschreibung angeboten werden, aber im Besitz der Versorger bleiben. Die voraussichtlich älteren Kraftwerke dürfen dann nicht mehr für den Markt produzieren, stehen aber für Notfälle als Kapazitätsreserve bereit.

Dafür sollen die Versorger einen Ausgleich für die Vorhaltekosten bekommen, der voraussichtlich auf die Stromrechnungen der Verbraucher umgelegt wird. Das Ministerium hält die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Reserve zum Einsatz kommt, für gering. Selbst für die Jahre 2021 bis 2025, also wenn die letzten AKW dann vom Netz sind, gehe man von einer Versorgungssicherheit von nahezu 100 Prozent aus. Die Kapazitätsreserve sei daher "ein Hosenträger zum Gürtel", heißt es in dem Papier.

Unabhängig davon existiert bereits eine Netzreserve, die regionale Engpässe aufgrund fehlender Stromleitungen vor allem in Süddeutschland abfangen soll. Das Ministerium geht in seinem Papier jedoch davon aus, dass diese Reserve mit weiterem Leitungsbau in den kommenden Jahren weitgehend überflüssig wird. Zudem könnten Kraftwerke aus der neuen Kapazitätsreserve, die in diesen Regionen liegen, die Aufgabe als Netzreserve zusätzlich übernehmen.

Die Stromwirtschaft mit den angeschlagenen vier großen Versorgern Eon, RWE, Vattenfall und EnBW hatte lange darauf gesetzt, dass über einen sogenannten Kapazitätsmarkt ein Großteil der konventionellen Kraftwerke subventioniert werden könnte. Die Regierung hat dies abgelehnt, weil in Deutschland weit mehr Strom als nötig produziert wird und dies durch den Ausbau erneuerbarer Energien noch zunimmt. Strom wird dadurch in wachsendem Ausmaß exportiert, während zugleich rund 50 Kraftwerke zur Abschaltung angemeldet sind. Das Wirtschaftsministerium will in den Phasen, wo der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, auch extrem hohe Strompreise am Markt zulassen, die bisher aus rechtlichen Gründen kaum möglich sind. Die Regierung geht aber davon aus, dass der Markt sich darauf einstellt und dies nur selten der Fall ist. Sollte die Reserve dennoch in Anspruch genommen werden müssen, werden dem Papier zufolge die Lieferanten zur Kasse gebeten, die sich keine ausreichende Kapazitäten für ihre Kunden am Markt gesichert hatten.

 

(REU)
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