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Alice Schwarzer
"Die Burka ist barbarisch"

Alice Schwarzer: "Die Burka ist barbarisch"
Rapper Bushido möchte nicht mit Alice Schwarzer sprechen FOTO: ddp
Düsseldorf (RP). Alice Schwarzer greift in die Integrationsdebatte ein – mit harschen Anklagen: Den Siegeszug des Islamismus habe man ignoriert und damit alle anderen Muslime den Fanatikern ausgeliefert. Das schreibt sie in ihrem neuen Buch, das unter dem Titel "Die große Verschleierung" am Mittwoch erscheint. Von Lothar Schröder

Insbesondere die Linke mit ihrer "scheinbaren Fremdenliebe" wird von ihr attackiert. Diese relativiere mit einer falschen Toleranz mühsam errungene Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung und ignoriere überdies die berechtigten Ängste der Bevölkerung. "Wir sind feige", sagte sie gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Dabei sei nicht der Westen, sondern seien die Muslime die ersten Opfer. "Die Islamisten werden in Iran und Pakistan ausgebildet und von Saudi-Arabien finanziert. Und sie geben den Eltern Geld, damit sie ihre Töchter verschleiern, und den arbeitslosen Jungs versprechen sie 70 Jungfrauen im Himmel."

Für Schwarzer, die seit der Gründung des ersten Gottesstaates im Iran 1979 immer wieder die Unterdrückung von Musliminnen durch Islamisten brandmarkt, ist etwa die Burka, "dieses wandelnde Stoffgefängnis, eine barbarische Angelegenheit".

Sie plädiert für ein Verbot im öffentlichen Raum in ganz Europa. Es sei schon schlimm genug, wenn die Frauen in den islamistisch beherrschten Ländern unter die Burka gezwungen würden. "Sonst droht ihnen der Tod." Wie lange, so fragt sie in dem Buch, wolle man "über einen solchen Sklavinnen-Auftritt hinwegsehen"?

Darüber hinaus fordert Schwarzer eine "kopftuchfreie Schule" in Deutschland, zumal das Kopftuch kein religiöses Symbol sei, sondern seit 1979 – also seit der Revolution Khomeinis im Iran – "nicht nur das Symbol von Gottesstaaten, sondern weltweit die Flagge der Islamisten". Darüber gelte es insbesondere die Musliminnen aufzuklären.

Zwar spricht sie sich gegen ein generelles Verbot des Kopftuches aus, doch hat es nach ihren Worten im öffentlichen Dienst, vor allem in den Schulen nichts zu suchen. Denn mit dem Kopftuch würden muslimische Mädchen stigmatisiert; erst ohne Kopftuch hätten kleine Mädchen aus orthodoxen bis fundamentalistischen Familien die Chance, sich wenigstens in der Schule frei und gleich bewegen zu können.

Da Kopftücher keine religiösen, sondern politische Symbole seien, so Schwarzer, "würde ein Verbot nicht automatisch das Verbot christlicher – oder jüdischer – Symbole nach sich ziehen. Es wäre allerdings konsequent und würde die ganze Debatte erleichtern, wenn auch die Christen auf die Kreuze in den Klassen verzichten würden", erklärt sie. Denn ihrer Meinung nach solle "Glaube, egal welcher, Privatsache sein".

Eine Islamisierung von Deutschland wird indes nicht befürchtet. Im Buch wird auch eine Studie der Uni Tübingen zitiert, nach der im Jahr 2030 hierzulande bis zu sieben Millionen Muslime leben – das würde einem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent entsprechen.

Quelle: RP
 
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