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Elmau
G7 einig gegen Russland

Kommentar: G7 einig gegen Russland
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Abschlusspressekonferenz in Elmau. FOTO: afp, rm/dg
Meinung | Elmau. Die G7-Staaten drohen Russland mit Wirtschaftssanktionen, sollte die Regierung in Moskau die Unterstützung der pro-russischen Separatisten in der Ostukraine nicht einstellen. Das ist ein eindeutiges Signal. Von Michael Bröcker

Man kann über den Sinn des G7-Gipfels vor der Postkarten-Kulisse lange diskutieren. Dass sich die führenden Vertreter der Industrienationen so deutlich gegen eine Entspannungspolitik gegenüber Russland ausgesprochen haben, ist ein starkes Signal.

Selbst Japan, die ihre eigenen Nachbarschaftskämpfe im Nordpazifik mit Putins Riesenreich ausfechten, trägt die Drohungen gegen Putin mit. Ob die neuerliche Spirale aus Drohungen und Verbalattacken die richtige Strategie ist, muss indes bezweifelt werden. Von einem neuen Konzept für ein Europa mit Russland sind wir weit entfernt.

Schade auch, dass ein kraftvolles Bekenntnis zum Freihandelsabkommen in letzter Minute aus der Abschlusserklärung geflogen ist. TTIP kann als Konjunkturprogramm für Europa wirken, Tausende Jobs sichern und den alten Kontinent im weltweiten Wettbewerb der Boomregionen stärken. Gerade Deutschland dürfte profitieren. Wie soll das bislang nur nurch Intransparenz, Polemik und Geheimniskrämerei aufgefallene Thema offensiv kommuniziert werden, wenn selbst die G7 kein klares Votum für den Freihandel abgeben?

G7 in Elmau hat schöne Bilder produziert. Man freut sich, dass die sieben Staatschefs so nett miteinander umgehen. In der Sache hätte mehr bei herumkommen dürfen.

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