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Osan
Machtspiele in Korea

Osan. Die USA lassen Überschallbomber provokant nahe an Nordkorea patrouillieren.

Nach Nordkoreas fünftem Atomtest haben die USA zwei atomwaffenfähige Überschallkampfbomber über dem Luftraum Südkoreas fliegen lassen. Die gestrige Aktion werteten Beobachter als Machtdemonstration gegenüber Nordkorea und als Geste der Solidarität mit Südkorea. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP beobachtete, wie die Bomber vom Typ B-1 über dem 120 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernten Luftwaffenstützpunkt Osan hinwegflogen. Amerikanische und südkoreanische Kampfjets eskortierten die Überschallflugzeuge.

Solche US-Aktionen sind in Zeiten erhöhter Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel keine Seltenheit. Seoul besitzt keine Atomwaffen und ist auf den nuklearen Schutzschirm der USA zur Abschreckung Pjöngjangs angewiesen. In Südkorea hat Washington zudem mehr als 28.000 Soldaten stationiert, Zehntausende weitere befinden sich im nahe gelegenen Japan. Nordkorea ist sich der US-Präsenz auf der Halbinsel bewusst und betrachtet sie als nukleare Bedrohung.

Der amerikanische Nuklearexperte Siegfried Hecker hat Nordkoreas Atomanlagen regelmäßig besucht und schätzt, dass das Land bis Ende 2016 ausreichend Kernbrennstoff für rund 20 Atombomben zur Verfügung haben wird. Außerdem könnte es seinen Angaben zufolge in der Lage sein, jedes Jahr knapp sieben neue Bomben zu produzieren.

Offiziell befinden sich Nord- und Südkorea im Krieg. Grund dafür ist, dass der Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 nicht mit einem Friedensabkommen, sondern mit einem Waffenstillstand geendet hatte.

(ap)
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