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Ex-Präsident feiert Erfolg bei Regionalwahlen
Sarkozy ist zurück

Nicolas Sarkozy ist zurück
Nikolas Sarkozy ist wieder zurück. FOTO: dpa
Paris. Der konservative Ex-Präsident triumphiert bei der französischen Regionalwahl und rückt dem rechtsextremen Front National näher. Von Christine Longin

Nicolas Sarkozy trat nach der ersten Runde der Départementswahlen in Frankreich auffällig bescheiden auf: "Der Machtwechsel ist im Gange, und nichts wird ihn aufhalten", sagte der frühere Präsident ohne jubelnden Unterton. Dabei hat der Chef der konservativen UMP allen Grund zur Freude: Seine Partei ist seit Sonntag wieder Oppositionspartei Nummer eins in Frankreich. Der rechtsextreme Front National (FN) mit Marine Le Pen an der Spitze landete hinter der UMP, die zusammen mit ihren Verbündeten auf knapp 30 Prozent kam.

Diese Regierungen zerbrachen an der Euro-Krise FOTO: dapd, Francois Mori

Damit ist für die Sarkozy-Partei die Schande der Europawahl im vergangenen Jahr vergessen, als der FN zur stärksten Kraft Frankreichs wurde - vor den zerstrittenen Konservativen. Für Sarkozy, dessen politischem Comeback es im Herbst noch an Schwung fehlte, ist das Ergebnis ein Etappensieg auf seinem Weg zurück in den Elysée-Palast. Die Konservativen hoffen auf einen Erdrutschsieg bei der Stichwahl am Sonntag, wo sie bis zu 70 der 101 Départements gewinnen könnten.

Vor den parteiinternen Vorwahlen im kommenden Jahr, bei denen die UMP ihren Präsidentschaftskandidaten festlegt, bedeutet das Ergebnis Rückenwind für Sarkozy. Welche Strategie der 60-Jährige als Spitzenkandidat verfolgen wird, machte er bereits klar: Er wirbt um die Wähler am rechten Rand. So sind zumindest seine Forderungen zu verstehen, ein Kopftuchverbot an Universitäten einzuführen und spezielle Menüs für Muslime in den Schulkantinen abzuschaffen. 2012 ging diese Taktik nicht auf: Der Amtsinhaber unterlag dem Sozialisten François Hollande. Doch nach fast drei Jahren wenden sich die Wähler in Scharen vom Präsidenten und seiner Partei ab. Vor allem sein Versagen im Kampf gegen die Rekord-Arbeitslosigkeit treibt viele in die Arme von Marine Le Pen.

Mai 2012: Sarkozy verabschiedet sich nach Niederlage FOTO: afp, MARTIN BUREAU

Die Partei der blonden Anwältin legte im Vergleich zu den vergangenen Wahlen 2011 landesweit um sechs Prozentpunkte zu und kam wie bei der Europawahl auf rund 25 Prozent. Bei der Stichwahl am kommenden Wochenende könnte der FN sogar erstmals ein oder zwei der 101 Départements erobern. Das Zwei-Parteien-System, das Frankreich jahrzehntelang geprägt hat, wäre damit auch auf regionaler Ebene überholt.

Nicolas Sarkozy und Carla Bruni in der Menge FOTO: dapd, Remy de la Mauviniere

Allerdings zeichnet sich in der neuen Dreier-Konstellation noch keine Partei ab, die wirklich eine Regierungsmehrheit hat. Die Sozialisten haben sie auf alle Fälle verloren. Denn das linke Lager ist zerstritten. Der Parti Socialiste (PS) schnitt mit knapp 22 Prozent zwar besser ab als in Umfragen vorhergesagt. Doch die Regierungspartei schaffte es in mehr als 500 der insgesamt gut 2000 Kantone (Verwaltungsbezirke, die Teile eines Départements sind) nicht in die zweite Runde. "Wo die Linke gespalten ist, ist sie in Schwierigkeiten", sagte PS-Chef Jean-Christophe Cambadélis. Alle Parteien des linken Lagers zusammen kommen landesweit auf denselben Prozentsatz wie die UMP und ihre Verbündeten.

Allerdings hat die äußerste Linke die Brücken zu Hollande abgebrochen, dessen Politik sie als zu unternehmerfreundlich empfindet. Somit dürfte der PS bei der Wahl Dutzende Départements verlieren. Von der UMP können die Kandidaten keine Unterstützung erwarten: Im Falle eines Zweikampfes zwischen Sozialisten und dem Front National geben die Konservativen keine Empfehlung ab.

Quelle: RP
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