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Düsseldorf
"Wir wissen nicht, wer Trump die Ideen in den Kopf setzt"

Düsseldorf. Unverständnis, Besorgnis und Ablehnung - geht es um Donald Trump, sind es diese Gefühle, die viele Deutsche ergreifen. Zu Beginn der Publikumsdiskussion "Außenpolitik live", für die Jürgen Hardt, Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, die Rheinische Post besuchte, war es nicht anders. Im Gespräch zeigte sich jedoch auch: Die Reibungen mit den USA können auch Anlass für die Europäische Union sein, näher zusammenzurücken.

"Es ist ein Weckruf, sich auf die eigene Kraft zu besinnen und Hoffnungsträger für die Welt zu werden", sagte Hardt. Es biete sich die "Chance, die EU aufzuräumen und zukunftsfähiger zu machen". Die Frage, ob Europa - wie von Trump gefordert - seine Rüstungsausgaben erhöhen müsse, beantwortete die Mehrheit der Besucher mit Ja.

Über den unberechenbaren Politikstil des Präsidenten sagte Hardt, der mehrmals im Jahr in die USA reist: "Wir wissen nicht, wer derjenige ist, der Trump die Ideen in den Kopf setzt." Das Umfeld des Republikaners sei ein Kreis, aus dem kaum etwas nach außen dringe. Anders als bei seinem Vorgänger Barack Obama - laut Hardt "Präsident unserer Herzen" - sei Trumps Politik voller Widersprüche. Und doch handle er bisweilen typisch für einen US-Präsidenten: Einen Raketenangriff wie den auf ein syrisches Flugfeld hätte Hardt auch Hillary Clinton zugetraut. Als Überreaktion sieht Hardt aber die Forderung Trumps, den deutschen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen: "Das wäre früher anders gewesen."

Zu Beginn und zum Ende der Diskussion ließ der Moderator, RP-Chefkorrespondent Matthias Beermann, die Besucher abstimmen, ob sie durch Trump negative Auswirkungen auf Deutschland erwarten. Anfangs bejahte es die große Mehrheit - später nur noch die Hälfte.

(bur)
 
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