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Athen
Wirbel um "Kommando Blüm"

Athen: Wirbel um "Kommando Blüm"
FOTO: dpa, tba
Athen. Hunderte Flüchtlinge aus Idomeni haben am Montag die Grenze umgangen, Mazedonien schob sie brutal zurück. Auslöser war ein Flugblatt.

Sie sind erschöpft, durchnässt, und die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Hunderte Flüchtlinge sind gestern von Mazedonien nach Griechenland zurückmarschiert. Hoffnungsfroh waren sie aus dem griechischen Elendslager Idomeni aufgebrochen, um den wenige Kilometer langen Grenzzaun der Mazedonier zu umgehen. Doch die mazedonischen Sicherheitskräfte hielten sie auf ihrem Gebiet auf und zwangen sie mit aller Härte nach Griechenland zurück.

Auslöser des Exodus war ein Flugblatt in arabischer Sprache, das zuvor in Idomeni verteilt worden war. Die griechischen Behörden veröffentlichten in der Nacht zu gestern den Text, der nicht nur detaillierte Informationen enthält, wie man über die grüne Grenze gelangen könnte, sondern den Menschen auch fälschlicherweise verspricht, dass Mazedonien sie bei einem gemeinschaftlichen Grenzsturm nicht mehr zurückschicken könne. Viele folgten dem Aufruf, einen reißenden Fluss zu durchqueren, etliche verletzten sich dabei.

Signiert ist das Flugblatt mit "Kommando Norbert Blüm". Der deutsche Ex-Politiker hatte am Wochenende aus Solidarität mit Flüchtlingen eine Nacht in einem Zelt in Idomeni verbracht. Von wem das Flugblatt letztendlich stammt, ist unklar. Stecken junge deutsche Linksradikale dahinter, die sich als humanitäre Helfer engagieren? Oder wollte jemand eine falsche Fährte legen? Ein Sprecher des UN-Hilfswerks UNHCR in Idomeni hält es für möglich, dass der Flyer das Werk von kriminellen Schmuggler-Netzwerken war. Er selbst habe damit jedenfalls nichts zu tun, versicherte der frühere Bundesminister Blüm mehrfach.

(dpa)
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