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Berlin
Wolfgang Schäuble will es noch einmal wissen

Berlin. Er wird am Sonntag 74 Jahre alt. Aber das ist für ihn kein Grund, schon ans Aufhören zu denken: Wolfgang Schäuble will auch dem nächsten Bundestag wieder angehören. Sein CDU-Kreisverband Ortenau in Baden-Württemberg machte gestern bekannt, was viele in Berlin kaum überraschte: Schäuble will sich bei der Bundestagswahl 2017 erneut für das Direktmandat im Wahlkreis Offenburg bewerben. Der Mann, der seit fast 45 Jahren die deutsche Politik maßgeblich beeinflusst, hängt also noch eine Legislaturperiode dran. Wenn er will, so heißt es in Berlin, und wenn seine Partei mit Kanzlerin Angela Merkel wieder regiert, würde der dann 75-Jährige auch erneut Finanzminister.

Schäuble hängt an der Politik wie ein Süchtiger. Manche sagen, man werde ihn mit den Füßen zuerst aus dem Bundestag heraustragen müssen. Doch Schäuble, der im Popularitätsranking heute weit vor Merkel liegt, ist für sie auch eine entscheidende Figur in der Partei und in der Regierung: Ohne ihn würde ihre Macht schneller erodieren. Obwohl er als eigenständige Autorität von ihr unabhängiger ist als alle anderen seiner Kollegen, stand er in Krisensituationen stets helfend neben ihr.

Schon heute ist Schäuble in der Geschichte der Bundesrepublik der am längsten amtierende Bundestagsabgeordnete. Er war Manager der deutschen Einheit, Fraktionschef, Parteivorsitzender, unter Merkel Innenminister, bevor sie ihn 2009 zum Finanzminister machte. Er schaffte es dank einer guten Konjunktur als erster Finanzminister seit 1969, das Defizit des Bundes auf Null zu senken. Doch unverzichtbar ist Schäuble auch in Zukunft vor allem mit Blick auf den Erhalt der EU.

(mar)
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