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Deutsche Eishockey Liga
Das lange Warten aufs Finale: "Gezogen wie Gummi"

Fotos: Wahnsinn zwischen Wolfsburg und Mannheim
Fotos: Wahnsinn zwischen Wolfsburg und Mannheim FOTO: dpa, pst soe
Mannheim. Mit den Play-off-Bärten wächst die Ungeduld: Das lange Warten auf das erste Final-Bully in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nervt die Spieler. "Die letzten Tage haben sich gezogen wie Gummi", klagt Stürmer Ronny Arendt von den Adlern Mannheim, "die Pause ist eindeutig zu lang." Nach einer Woche Freizeit wider Willen fällt am Freitag (19.30 Uhr/ServusTV) endlich der Puck zum ersten Endspiel gegen Titelverteidiger ERC Ingolstadt.

"Für beide Mannschaften wäre es besser gewesen, wenn sie nach zwei Tagen wieder aufs Eis gekonnt hätten", sagt der 34-Jährige. Nachdem die Adler im Halbfinale innerhalb von sieben Tagen viermal die Grizzly Adams Wolfsburg bezwungen hatten, mussten sie genauso lange bis zum nächsten Spiel warten.

"Ich habe mich gefreut, dass ich für meine Kinder die Ostereier in Ruhe verstecken konnte", sagt Arendts Teamkollege Christoph Ullmann, gibt aber auch zu, dass er sich genauso auf das Wiedersehen "mit den Jungs in der Kabine" nach den freien Tagen freute.

Weil Ingolstadt als zweiter Finalist bereits am Karsamstag feststand, legten die Play-offs eine knapp einwöchige Zwangspause sein. Auch Bundestrainer Pat Cortina ärgerte sich darüber, weil ihm in der Vorbereitung auf die WM in Tschechien (1. bis 17. Mai) vor allem die Mannheimer Nationalspieler fehlen. "Wir haben nicht viel Zeit", merkte er an, ein früherer Beginn der Endspiele "wäre eine Möglichkeit, uns etwas mehr Zeit zu verschaffen". Der Umzug in die modernen Multifunktionarenen macht kurzfristige Terminänderungen, wie sie in der Vergangenheit gang und gäbe waren, fast unmöglich.

Fotos: DEL-Halbfinale 14/15: Ingolstadt - DEG, Spiel fünf FOTO: dpa, awe nic

"Aber die Vorfreude steigt, und die Anspannung wird von Tag zu Tag größer", sagt Arendt, der mit dem Hauptrundensieger Mannheim als Favorit ins Finale geht. Die Adler, schon in der Punkterunde eine Klasse für sich, flogen souverän durch die ersten beiden Play-off-Runden. Gegen Wolfsburg brachten sie selbst 0:3-Rückstände in drei Spielen nicht aus dem Rhythmus.

In Ingolstadt ist die Euphorie nach der Rückkehr ins Finale groß. Stundenlang standen die Fans für die letzten Tickets Schlange. "Diese Unterstützung und Energie überträgt sich voll auf die Mannschaft", sagt Trainer Larry Huras. Der Kanadier ist einer von zahlreichen Neuen beim ERC, die erst nach dem Titelgewinn vor zwölf Monaten nach Ingolstadt kamen.

Doch obwohl Sportdirektor Jiri Ehrenberger nach dem sensationellen Coup im vergangenen Jahr den Coach und die halbe Mannschaft austauschte, verlor das Meisterteam nicht an Stärke. Im Gegenteil: Unter Huras, mit den neuen Stars wie Petr Taticek oder Brandon Buck und den alten Leistungsträgern wie Thomas Greilinger oder Patrick Hager hat sich der ERC in der Ligaspitze etabliert. Stürmten die Ingolstädter im Vorjahr noch von Rang neun zum Titel, qualfizierten sie sich diesmal als Dritter direkt für das Viertelfinale.

(sid)
 
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