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Krefeld Pinguine
Pinguine bezwingen flügellahme Adler

Pinguine siegen in Wien nach Penalty-Krimi
Pinguine siegen in Wien nach Penalty-Krimi FOTO: Peggy Nieleck
Krefeld. Mit einem guten ersten Drittel stellte Krefeld gestern im Heimspiel gegen stark dezimierte Mannheimer die Weichen auf Sieg und gab die Rote Laterne wieder an Schwenningen ab. Torwart Klein erneut mit sehr guter Leistung. Von H.-G. Schoofs

Ausgerechnet gegen den Deutschen Meister gelang den Pinguinen im fünften Anlauf mit 5:3 der erste Dreipunkte-Erfolg auf eigenem Eis. Damit gelang den Schwarz-Gelben die Wiedergutmachung für die Derby-Pleite in Köln. Im ersten Drittel waren die Adler aus Mannheim ziemlich flügellahm. Das nutzten die Pinguine mit einer 3:0-Führung aus. Danach verdienten sie sich mit Kampf und einer defensiven Spielweise diesen wichtigen Erfolg.

Nach der Pleite vom Freitag herrschte im Krefelder Eishockey Weltuntergangsstimmung. Seit dem 19. November 2009 hatten die Pinguine nicht mehr auf dem letzten Tabellenplatz gestanden. Entsprechend entlud sich nach der Derby-Niederlage bei den KEV-Fans die Wut. Einige forderten noch beim Verlassen der Lanxess-Arena den Kopf des Trainers. Rick Adduono versuchte am Samstag im Training sein Team mit einer ungewöhnlich langen Übungseinheit wieder auf Kurs zu bringen. Da Andi Driendl wegen seiner leichten Gehirnerschütterung nicht einsatzfähig war, baute der Coach alle vier Sturmreihen um und beorderte Verteidiger Kyle Sonnenburg in den Angriff. Im Tor entschied sich Adduono wieder für Patrick Klein.

Die Stimmung war vor dem Auftaktbully gedrückt. Die sechs Niederlagen in Folge spiegelten sich zwangsläufig auf den Rängen wider. Denn der Zuspruch war für ein Heimspiel gegen den Deutschen Meister sehr mager. Die Fans auf der Nordtribüne, die eine Rote Laterne mitgebracht hatten und Transparente mit der Aufschrift "Und das nennt ihr Profisport" sowie "sportliche Leitung kritisch hinterfragen - jetzt" ausrollten, hielten sich in den ersten zehn Minuten mit der Unterstützung ihrer Mannschaft zurück. Daran änderte auch der frühe Führungstreffer nichts, den Martin Schymainski bereits nach 59 Sekunden erzielte. Die Mannheimer, die auf ein halbes Dutzend Stammspieler verzichten mussten, waren mit den Gedanken wohl noch bei ihrem 7:3-Erfolg am Freitag gegen Wolfsburg. Wachgerüttelt wurden die Gäste durch den Gegentreffer allerdings nicht. Die Pinguine bestimmten im ersten Drittel das Geschehen und zeigten dabei spielerische Qualitäten. Ein Fehler der Gäste kurz hinter deren blauer Linie nutzten die Hausherren eiskalt aus. Daniel Pietta bediente mit seinem 398. DEL-Scorerpunkt Herberts Vasiljevs, der am langen Pfosten frei zum Schuss kam und Torwart Youri Ziffzer keine Abwehrchance ließ. Nicht gerade glücklich sah der Mannheimer Torwart kurz darauf aus, als er einen Distanzschuss von Thomas Supis passieren ließ.

Ab dem zweiten Drittel nahmen die Mannheimer das Match dann ernster, was die Schuss-Statistik von 14:6 zu ihren Gunsten ausdrückte. Nur einmal musste sich Torwart Klein geschlagen geben. Ansonsten verhinderte er mit sehr guten Paraden Schlimmeres. Seine Vorderleute fanden in der Offensive so gut wie nicht mehr statt. Erst als sich der Mannheimer Yip einen Stockstich gegen den hinter der Bande stehenden Jeff Szwez leistete und von den Schiedsrichtern vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde, bestand wieder Hoffnung auf einen Krefelder Treffer. Doch bei ihrer fünfminütigen Überzahl blieben die Pinguine zu harmlos.

Der Meister machte auch zu Beginn des Schlussdrittels mächtig Druck und vergab durch Buchwieser eine Großchance zum Anschlusstreffer (44.). Fast im Gegenzug eroberte sich Mike Collins im Adler-Drittel den Puck und bediente Istvan Sofron, der die Scheibe durch Ziffzers Schienen über die Linie schob. War das die Vorentscheidung? Zum Glück ja. Die Gäste gaben sich zwar noch nicht geschlagen, scheiterten allerdings bei guten Einschussmöglichkeiten an Torwart Klein. Turbulent verliefen die letzten beiden Spielminuten. Der neue Verteidiger Scott Valentine kassierte seine erste Strafe für Krefeld, die Mannheim nach fünf Sekunden mit dem zweiten Treffer ausnutzte. Die Pinguine antworteten mit einem Empty-Net-Treffer von Schymainski. Den Schlusspunkt setzten dann aber die Adler.

Quelle: RP
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