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Großer Preis von Australien
Vettel gewinnt erstes Saisonrennen vor Hamilton

Vettel feiert Sieg in Australien
Vettel feiert Sieg in Australien FOTO: rtr, gb
Sebastian Vettel hat zum Auftakt der Formel-1-Saison für einen Paukenschlag gesorgt. Der Ferrari-Pilot gewann den Großen Preis von Australien vor Weltmeister Lewis Hamilton. Dritter wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen.

Vettel profitierte beim Großen Preis von Australien von einer aus seiner Sicht perfekt gelegenen Safety-Car-Phase und stach in seinem 200. Grand Prix den eigentlich schnelleren Mercedes-Star Hamilton doch noch aus.

Mit seinem 48. Sieg und seinem 100. Podestplatz in der Königsklasse holte sich Vettel in seiner neuen roten Göttin "Loria" zudem wie im Vorjahr gleich beim Saisonauftakt die WM-Führung mit 25 Punkten vor Hamilton (18).

"Es hat großen Spaß gemacht"

"Wir hatten offensichtlich Glück, aber es hat großen Spaß gemacht", sagte Vettel: "Ich habe für ein Safety Car gebetet, und plötzlich stand dann der Haas da in der Kurve." Ausgerechnet fehlerhafte Boxenstopps beim Ferrari-Kundenteam Haas hatten die Safety-Car-Phase ausgelöst, für Vettel kam sie zur richtigen Zeit. "Da war dann so viel Adrenalin, ich musste vor Lewis rauskommen, und das hat geklappt. Das ist eine große Motivation für die nächsten Wochen", sagte er.

Vettel küsst nach seinem Sieg die Trophäe FOTO: ap, RR

Noch im Qualifying hatte Hamilton eine Demonstration hingelegt und sah auch im Rennen wie der sichere Sieger aus. Doch durch das Drama um den Haas-Renner von Romain Grosjean setzte sich auch Hamiltons Pechsträhne in Melbourne fort: Siebenmal stand der 33-Jährige im Albert Park auf der Pole Position, nur 2008 und 2015 konnte der amtierende Weltmeister die beste Ausgangsposition in den Sieg ummünzen.

"Ferrari hat den besseren Job gemacht, Glückwunsch", sagte Hamilton: "Wir müssen uns nochmal anschauen, was da gelaufen ist." Denn eigentlich hätte Hamiltons Vorsprung trotz des Safety Cars genügen sollen, um in Führung zu bleiben.

"Wir dachten, der Abstand ist groß genug, unsere Software hat uns vier Sekunden Spielraum ausgespielt", sagte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei RTL: "Aber plötzlich kam Vettel vor uns auf die Strecke. Wir wissen noch immer nicht warum."

Hülkenberg auf Platz sieben

Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen auf Platz drei rundete aus Ferrari-Sicht das nahezu perfekte Ergebnis ab. Vierter wurde Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, womit es auch bei der 34. Auflage des Großen Preises von Australien kein Fahrer aus Down Under auf das Podest schaffte. Der Emmericher Nico Hülkenberg belegte im Renault den guten siebten Platz.

Hamilton hatte am Samstag nach seiner beeindruckenden Vorstellung im Qualifying im Scherz zu Vettel gesagt, er habe ihm damit "das Lachen aus dem Gesicht wischen" wollen. Beim Start hatte der Engländer allerdings selbst einige bange Sekunden zu bewältigen, weil Räikkönen ihm in den ersten Kurven gefährlich nah kam.

Vettel machte zunächst keinen Boden gut. Richtig Fahrt nahm die Dramatik dann auf, als der überraschend starke Däne Kevin Magnussen vom Überraschungsteam Haas ausschied - und nur Augenblicke später auch sein Teamkollege Grosjean (Frankreich) seinen Boliden auf der Strecke parken musste. Vorausgegangen waren jeweils Pannen der Boxencrew beim Reifenwechsel, für Ferrari und Vettel wurden sie zum Geschenk.

Nachdem Hamilton und Räikkönen ihre Reifenwechsel bereits absolviert hatten, profitierte der lange auf dem ersten Satz fahrende Vettel vom Virtuellen Safety Car, das während der Bergung von Grosjeans havariertem Boliden ausgerufen wurde. Hamilton reagierte nach dem Stopp am Boxenfunk fassungslos: "Was ist hier passiert Leute?" Auch die Mercedes-Ingenieure rätselten.

Vettel konnte nach der Freigabe des Rennens in der 32. von 58 Runden auf nun ebenfalls frischen Reifen Hamilton auf Distanz halten. Damit zeigte sich einmal mehr, dass der Mercedes nur dann im Renntrimm das schnellste Auto ist, wenn es freie Fahrt hat.

Hamilton wurde gegen Ende des Rennens immer entschlossener - womöglich zu entschlossen: Einer schnellsten Rennrunde folgte umgehend ein Verbremser mit Ausrutscher ins Gras. Er kämpfte sich noch einmal heran, doch seine Hinterreifen litten unter diesem Schlussspurt derart, dass Vettel den Sieg sicher ins Ziel bringen konnte.

(old/dpa/sid)
 
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