| 21.46 Uhr

Bayer Leverkusen
Pohjanpalos starkes "Finish" rettet Werkself vor Fehlstart

Hattrick durch Joker Pohjanpalo
Hattrick durch Joker Pohjanpalo FOTO: afp
Leverkusen. Joel Pohjanpalo kam in der 72. Minute, schoss dreimal, traf dreimal und siegte. "I had a good finish", scherzte Leverkusens Stürmer und schien es selbst nicht so recht glauben zu können, dass er die Werkself mit seinem Hattrick innerhalb von nur 16 Minuten vor einem Fehlstart in diese Bundesligasaison bewahrt hatte. Von Stefanie B.-Sandmeier

79 Minuten lagen seine Kollegen im heimischen Stadion gegen den Hamburger SV zurück, bis der finnische Stürmer nach seiner Einwechslung den Turbo zündete und einen nicht mehr für möglich gehaltenen 3:1 (0:0)-Sieg herausschoss.

Mit drei Treffern in der 79., 91., und 94. Minute – einer schöner als der andere herausgespielt und verwertet – bescherte er Bayer 04 den ersten Sieg in dieser Saison, der überdies Rückenwind geben soll für den Start in die Champions League am Mittwoch zu Hause gegen ZSKA Moskau. "Das waren drei Bilderbuchtore", erklärte Trainer Roger Schmidt doch spürbar erleichtert und zufrieden zugleich. "Vor allem beim letzten Tor hat man gesehen, was Selbstvertrauen bei einem Spieler ausmacht."

Und tatsächlich: Nach dem Hamburger Führungstreffer von Bobby Wood (58.), dem ein Fehler von Torwart Bernd Leno vorausgegangen war, entpuppte sich der Finne, der bereits beim 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach kurz nach seiner Hereinnahme traf, erneut als perfekter Joker. Dieses Mal sogar als Sieg bringender. Beim 1:1 leisteten Kevin Kampl und Julian Brandt die Vorarbeit, beim 2:1 in der ersten Minute der Nachspielzeit drosch Pohjanpalo den Ball nach Hereingabe von Benjamin Henrichs in die Tormaschen. Und beim 3:1 ließ der 21-Jährige zunächst einen Gegenspieler aussteigen, ehe er ins Torwarteck vollstreckte. "Das ist unglaublich - ich finde keine Worte dafür. Es läuft einfach gut für mich hier in Leverkusen. Die Trainer geben mir die Chance, mich zu beweisen."

Die Zahlen sprechen auf beeindruckende Weise für den Stürmer, der seit 2013 in Leverkusen unter Vertrag steht, aber bis zu dieser Saison noch kein einziges Mal zum Zuge kam. Rund eine halbe Stunde stand er bisher auf dem Feld: Vier Tore erzielte er in dieser Zeit. Damit teilt sich Pohjanpalo, der zuletzt an den VfR Aalen und Fortuna Düsseldorf ausgeliehen war, mit Robert Lewandowski (Bayern München) Platz eins in der Torjägerliste. Leno, der seinen Vertrag bei Bayer vor dem Spiel bis 2020 verlängerte, lobte den Kollegen mit Spitznamen "Danger": "Der ist ein Killer vor dem Tor."

Bellarabi fehlt wohl länger

Die Fans feierten ihren Helden nach dem Abpfiff frenetisch am Zaun. Das bekam Karim Bellarabi allerdings nicht mehr live mit. Der Nationalspieler, der sich bereits nach elf Sekunden an der Leiste verletzte und humpelnd das Spielfeld verließ, war da bereits im Krankenhaus. "Bei Karim sieht es nicht gut aus. Er wird die nächsten sechs Spiele bis zur Länderspielpause nicht mehr spielen", sagte Roger Schmidt, ohne eine genaue Diagnose zu wissen. Aber: "Es ist klar, dass es eine muskuläre Verletzung ist." Für Bellarabi kam Brandt in die Partie.

Mit Blick auf die bevorstehenden Englischen Wochen fehlt dem Bayer 04-Coach damit ein wichtiger Offensivmann, den man, so Schmidt, nicht einfach so ersetzen könne. Pohjanpalo jedenfalls kündigte an, der Mannschaft helfen zu wollen, wo er kann. Und wenn er darf. "Egal, ob ich von Anfang an spiele oder von der Bank komme." Schmidt wird froh sein um die neue Alternative.

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