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Früherer Bayer-Kapitän
Rolfes: "Habe mich vom Kopf her nicht ausgelastet gefühlt"

Simon Rolfes hat sich als Profi intellektuell nicht ausgelastet gefühlt
Ex-Profi Simon Rolfes. FOTO: Anne Orthen
Der frühere Fußball-Nationalspieler Simon Rolfes (35) hat sich gegenüber unserer Redaktion zur Debatte über die intellektuelle Auslastung von Fußballprofis geäußert und dem Freiburger Nils Petersen in seiner Einschätzung in Teilen zugestimmt. Von Stefan Klüttermann

Rolfes fühlt sich in seinem jetzigen Beruf als Unternehmer stärker gefordert als zu seiner Zeit als Bundesligaprofi. "Ich hatte schon immer den Drang, dass da noch mehr sein muss im Leben. Und das ist gar keine Kritik am Profidasein. Es ist fantastatisch Profi zu sein, es gibt so viele fantastische Momente. Aber ich habe mich vom Kopf her nicht ausgelastet gefühlt. Und ich merke ja jetzt, dass du im 'normalen' Berufsleben viel mehr gefordert wirst, vielfältiger, als Persönlichkeit vor allem. Als Spieler hast du eigentlich nur den Druck, dass du am Wochenende 90 Minuten lang liefern musst. Der kann aber auch belasten", sagte der langjährige Kapitän von Bayer Leverkusen unserer Redaktion. Rolfes hatte im Mai 2015 seine Karriere beendet. In der Vorwoche hatte Nils Petersen vom SC Freiburg eine Debatte darüber ausgelöst, ob sich Fußballprofis intellektuell ausgelastet fühlen. 

Rolfes: Fußball kann sich nicht gegen Technologie schützen

Auch zur Debatte über technische Hilfsmittel im Fußball hat sich der heutige Inhaber der Torlinien-Technologie-Firma GoalControl geäußert. Rolfes sieht für den Fußball trotz der anhaltenden Diskussion um den Videobeweis keine Möglichkeit, Hightech aus dem Spiel auszuklammern. "Grundsätzlich erobert Technologie immer mehr den Fußball. Die Frage ist nur, in welcher Geschwindigkeit. Aber dass die Ligen sich vor der Technik schützen können, wird nicht funktionieren", sagte Rolfes gegenüber unserer Redaktion. "Die Menschen wollen überall technologische Lösungen, auch im Fußball. Es ist doch keinem 15-Jährigen mehr zu vermitteln, dass eine Technik nicht gut sein soll. Es ist nicht das Problem, dass es zu viel Technik im Fußball gibt. Die Frage muss doch eher lauten: Wie nehmen wir die technikaffine Jugend mit? Die wachsende eSports-Branche zeigt doch, wohin der Trend geht."

 
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