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Borussia Mönchengladbach
Schubert sieht sich als "Sonnenmensch"

Borussia Mönchengladbach: "Sonnenmensch" André Schubert
Borussias Trainer André Schubert im Gespräch mit RP-Redakteur Karsten Kellermann. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Gladbachs Trainer war am Mittwochabend zu Gast beim Logentalk von Borussias Hauptsponsor Postbank und der RP. Der 44-Jährige sprach über seine fußballerischen Wurzeln, seinen Arbeitsalltag, seine Spielphilosophie – und den Menschen André Schubert. Von Thomas Grulke

Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte eine solch bittere Niederlage, wie sie die Borussen jüngst bei Schalke 04 kassierten, bei ihrem Trainer André Schubert noch für ordentlich Schlafentzug gesorgt. "Vor ein paar Jahren, als ich beim FC St. Pauli gearbeitet habe, waren Niederlagen für mich fürchterlich, da habe ich danach drei Tage nicht schlafen können. Doch ich habe mich weiterentwickelt, und versuche mittlerweile, entspannter an die Sache heranzugehen. Denn Gelassenheit und Ausgeglichenheit sind wichtig in meinem Job", sagte Schubert beim Logentalk von Borussias Hauptsponsor Postbank und der Rheinischen Post.

Vor 30 Gästen stand Gladbachs Coach dem RP-Sportredakteur Karsten Kellermann mehr als eine Stunde lang Rede und Antwort und gab interessante Einblicke in seinen Arbeitsalltag sowie in seinen Werdegang – von den Wurzeln in Nordhessen bis zum plötzlichen Cheftrainer-Engagement beim Fußball-Bundesligisten.

"Mein Lebensweg ist sicherlich davon gekennzeichnet, dass ich im Fußball irgendwie alles schon einmal gemacht habe", sagte der 44-Jährige. Ob Stellvertretender Vorsitzender beim TSV Wolfsanger oder Jugendkoordinator beim KSV Baunatal: Schon während seiner aktiven Zeit war Schubert auch als Funktionär tätig. Besonderen Spaß bereitete ihm aber die Arbeit als Trainer. "Ich habe allerdings nie eine bestimmte Karriere oder Liga im Blick gehabt, in der ich arbeiten wollte", sagte Schubert.

Über seine Arbeit als DFB-Stützpunktkoordinator fand er den Weg in den Profifußball, es folgten Engagements beim SC Paderborn (wo er ein halbes Jahr zur Untermiete beim heutigen Leverkusener Trainerkollegen Roger Schmidt wohnte) , beim FC St. Pauli und beim DFB als U15-Trainer. "Das war eine wichtige Zeit für mich", sagte er.

Dann kam das Angebot, Borussias U 23 zu übernehmen – und wenig später, nach dem Rücktritt Lucien Favres, der Wechsel ins große Scheinwerferlicht. "Es ist für mich eine herausragende Ehre, Borussia trainieren zu dürfen. Der Verein wird überragend geführt und hat ein tolles Umfeld mit großartigen Fans", so der gebürtige Kasseler.

Er sprach aber nicht nur über den Trainer André Schubert, sondern auch über den Menschen. Den fasziniert vor allem die englische Metropole London: "Die Geschichte der Stadt, das friedliche Zusammenleben so vieler Nationalitäten. Das finde ich toll", sagte er. Toll findet er auch die Sonne: "Ich bin ein Sonnenmensch, es kann auch 30 oder 40 Grad sein, das macht mir nichts aus", sagte der Trainer. Wandern tut er auch gern, "dazu komme ich aber nicht wirklich", darum bevorzugt er im Urlaub meist das Sonnenbad am Strand.

Sein größtes Hobby ist aber der Fußball, und den hat er zu seinem Beruf gemacht. Ein Idol hatte Schubert nie, und er hat auch keine Lieblingsmannschaft. "Als Trainer versuche ich, anderen Ideen aufgeschlossen zu sein und die Augen immer offen zu halten", sagt Schubert, der sich auch auf kein Spielsystem festlegen will. "Wir haben ein Team mit so viel offensivem Potenzial, dass wir sehr dominant, mit viel Ballbesitz spielen können. Und es ist unser Anspruch, attraktiven Fußball zu zeigen, dabei aber auch defensiv immer verlässlicher zu werden", sagte Schubert.

Gerade das 1:2 auf Schalke sei eines der besseren Saisonspiele gewesen. Schlaflose Nächte bereitete ihm das Ergebnis aber nicht. "Meine junge Mannschaft macht es insgesamt so toll, das kann halt auch mal passieren", sagte ein gelassener André Schubert.

Quelle: RP
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