1. Bundesliga 17/18
| 12.20 Uhr

BVB gegen Hertha
Wortgefechte vor dem Topspiel

Thomas Tuchel: Pokalsieger, Ex-BVB-Trainer
Thomas Tuchel: Pokalsieger, Ex-BVB-Trainer FOTO: dpa, jai nic
Düsseldorf. Bevor es sich Borussia Dortmund und Hertha BSC am Freitagabend auf dem Platz treffen, befeuern die Verantwortlichen der beiden Vereine das Duell schon mit verbalen Spitzen. Von Eckhard Czekalla

Patrick Ittrich gehört seit Januar zum Kreis der 23 Bundesliga-Schiedsrichter. Der 37 Jahre alte Hamburger, im Alltag als Polizeibeamter unterwegs, war seitdem dreimal im Oberhaus im Einsatz, leitet aber schon seit zehn Jahren Begegnungen im Profifußball. Heute Abend dürfte das Mitglied im Mümmelmannsberger SV besonders kritisch beäugt werden. Anlass ist die sogenannte Foul-Debatte, die Fußballlehrer Thomas Tuchel auslöste.

Borussia Dortmund, Dritter der Tabelle, erwartet die als Zweiter um einen Punkt bessere Hertha aus Berlin. Deren Chefcoach Pal Dardai bezeichnete Tuchels Aussage nach der 0:2-Niederlage in Leverkusen als grenzwertig. Er befürchtet, dass sie die Unparteiischen beeinflussen könnte. Dabei, so der Ungar, fand er die Gastgeber nicht aggressiv, sondern schnell und wach.

Dass er als Jammerlappen und schlechter Verlierer bezeichnet wurde, lässt Tuchel kalt. Er stellte allerdings noch einmal klar, dass er nicht die Härte, sondern das auf den Statistikzetteln nachzulesende krasse Missverhältnis der erlittenen Fouls angeprangert habe. Seine Mannschaft, deren Spieler enorm schnell mit und ohne Ball agieren, musste schon mehrmals 20 und mehr Fouls hinnehmen. Für den 43-Jährigen ist damit die Grenze überschritten. Und wenn dies, wie geschehen, in drei von sechs Bundesligaspielen passiert, "habe ich den Verdacht, dass Methode dahintersteckt".

Eigentlich müsste Schiedsrichter Ittrich vor einer leichten Aufgabe stehen. Immerhin treffen die laut Statistik fairsten Mannschaften der Liga aufeinander, wobei die Gastgeber die Rangliste anführen. "Wir spielen fair, aber ohne gesunde Härte geht es nicht", betonte Berlins Trainer Dardai, der die Rolle des Favoriten klar verteilt sieht. "Dortmund ist eine Spitzenmannschaft, wir sind eine gute Mannschaft", sagte der frühere Bundesligaprofi im "Kicker". "An einem guten Tag geht für uns etwas", ergänzte er.

Seit dem enttäuschenden Aus gegen Kopenhagen in der Qualifikation zur Europa League, nach dem Dardai sich seine Profis zur Brust genommen hatte, läuft es gut für die Berliner, deren neuer Kapitän nun Torjäger Vedad Ibisevic ist. Sie starteten so gut wie seit 46 Jahren nicht mehr in eine Saison. Aus Dortmund wollen die Gäste nicht mit leeren Händen abreisen. Ihr Ziel: ein Unentschieden.

Gegen Berlin muss Tuchel auf weitere drei Stammkräfte verzichten, die sich bei ihren Einsätzen im Nationalteam verletzten. Der griechische Innenverteidiger Sokratis erlitt eine Zerrung, Polens Außenverteidiger Lukas Piszczek hat Kniebeschwerden, und der portugiesische Mittelfeldspieler Raphael Guerreiro zog sich einen Faserriss zu.

Quelle: RP
 
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