1. Bundesliga 17/18
| 09.03 Uhr

"Damit es keinerlei Abhängigkeiten mehr gibt"
Ex-Referee Rafati fordert Ausgliederung der Schiedsrichter

Bundesliga: Babak Rafati fordert Ausgliederung der Schiedsrichter
Babak Rafati leitete insgesamt 84 Bundesligaspiele. FOTO: dapd
Berlin. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati hat konkrete Vorstellungen für die kommende Neuordnung des Schiedsrichterwesens. Rafati kritisiert auch die Degradierung Hellmut Krugs - und bezeichnet den Videobeweis in dessen aktueller Form als "kompletten Mist".

"Eine Ausgliederung ist zwingend notwendig, und zwar vom DFB und der DFL, damit es keinerlei Abhängigkeiten mehr gibt", sagte der 47-Jährige dem Portal Sportbuzzer. Am Dienstag hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach den anhaltenden Diskussionen in den vergangenen Tagen in Person von Präsident Reinhard Rauball "einen strukturellen Neuanfang" gefordert.

"Wenn die DFL klug ist, dann wird sie diese Schritte einfordern und hat es ja am Dienstag zumindest im Ansatz getan", sagte Rafati. Dort hatte Rauball erklärt, "die organisatorischen Strukturen und Verantwortlichkeiten den massiv gestiegenen Erfordernissen im Sinne von Transparenz und klaren Verantwortlichkeiten anzupassen." Dies könnte in Form einer eigenständigen Organisation des Schiedsrichterwesens geschehen.

Im Fall der Absetzung des ehemaligen Weltklasse-Schiedsrichters Hellmut Krug als Projektleiter des Videobeweises kritisiert Rafati besonders die Haltung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Den entstandenen Schaden kannst du nicht mehr reparieren. Man versteckt sich doch nur hinter personellen Konsequenzen. Auf mich macht es den Eindruck, dass Herr Krug zu viel weiß und man ihn deshalb nicht loswerden kann oder will." Krug war Montag als Reaktion auf die schwerwiegenden Manipulationsvorwürfe gegen ihn degradiert worden, bleibt nach Aussagen des DFB aber weiter in dem Projekt engagiert.

Den viel gescholtenen Videobeweis selbst bezeichnete Rafati in seiner momentanen Ausführung als "kompletten Mist". Vor allem das Konkurrenzdenken unter den Unparteiischen trage nach Ansicht des Hannoveraners massiv zum derzeitigen Unmut bei.

"Wie soll es denn funktionieren, dass ein Schiedsrichter, der in Konkurrenz zu einem anderen steht, diesem eine gute Leistung ermöglicht oder gar gönnt?", fragte Rafati: "Und jetzt soll derjenige, der am Monitor sitzt, sich freuen, wenn der Kollege im Stadion alles richtig macht, und bestmöglich kooperieren?"

(sid)
 
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