1. Bundesliga 17/18
| 11.07 Uhr

Diskussion reißt nicht ab
Videobeweis schadet den Schiedsrichtern

Bilder: Mainz bekommt umstrittenen Elfmeter gegen Köln
Bilder: Mainz bekommt umstrittenen Elfmeter gegen Köln FOTO: dpa, tfr hpl
Meinung | Düsseldorf. Unseren spieltäglichen Videobeweis-Ärger gib uns heute, möchte wohl mancher dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in leicht masochistischer Laune zurufen. Dieser Ruf wird seit Saisonbeginn äußerst verlässlich erhört. Von Stefan Klüttermann

Kein Wochenende, an dem nicht über das Prozedere, die Kommunikation oder den Nutzen des Videobeweises diskutiert wird. Und das völlig zu Recht, denn bislang ist das System, das Fehlentscheidungen reduzieren und das Standing der Unparteiischen stärken sollte, den Nachweis der Serienreife schuldig geblieben. Ja, mehr noch. In seiner jetzigen Form erreicht der Videobeweis genau das Gegenteil: Er schadet den Schiedsrichtern, weil die plötzlich viel stärker am Pranger stehen als zuvor. Und nicht seltener.

Denn die jahrelang vorgetragene Entschuldigung, der Schiedsrichter müsse ja auch in Sekundenbruchteilen entscheiden, was der Fernsehzuschauer nach Ansicht von sieben Zeitlupen dann anders beurteilt, ist weggefallen. Weil nun eben auch ein Videoschiedsrichter TV-Bilder zurate ziehen darf. Wenn er dann aber solch hanebüchene Entscheidungen trifft wie am Samstag beim Elfmeter für Mainz gegen Köln, wird Kopfschütteln in den Wohnzimmern zum Volkssport.

Dabei eilt uns Deutschen der Ruf voraus, alles sehr penibel zu testen. Aber immer mehr Betrachter und Beteiligte können sich nicht länger des Eindrucks erwehren, dass hier bei allem Bemühen ein konstruktives Hilfsmittel vor die Wand zu fahren droht, weil es ohne Not übers Knie gebrochen eingeführt wurde. Aus Holland wird vermeldet, man habe den Videoschiedsrichter vier Jahre lang getestet, bevor er im nationalen Pokalwettbewerb eingeführt wurde. In Deutschland fiel der Startschuss für den zweijährigen Live-Test dagegen zum einen direkt im Premiumprodukt Bundesliga und zum anderen bereits nur nach dem einem, von den Regelhütern der Fifa vorgeschriebenen Jahr Off-line-Testbetrieb. Zudem verneint der niederländische Fußballverband die Frage nach einem Austausch mit dem DFB über den Videobeweis im Praxisbetrieb.

Das alles muss befremdlich wirken. Mindestens.

Quelle: RP
 
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