2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 15.41 Uhr

"Leisten praktische Hilfe"
St. Pauli beteiligt sich nicht an Flüchtlings-Aktion

FC St. Pauli beteiligt sich nicht an Flüchtlingsaktion der Bundesligisten
Andreas Rettig, Geschäftsführer des FC St. Pauli. FOTO: dpa, jai
Zweitligist FC St. Pauli verzichtet auf eine Teilnahme an der Flüchtlings-Aktion "Wir helfen". Die Hanseaten sehen "nicht die Notwendigkeit" an der für alle Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga freiwilligen Kampagne der Liga, des DFL-Partners Hermes und der "Bild" teilzunehmen.

Das sagte Geschäftsführer Andreas Rettig auf Anfrage des SID. Bei den übrigen 35 Profiklubs soll am kommenden Spieltag "Wir helfen - #refugeeswelcome" auf dem Trikotärmel stehen.

"Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu einem Thema, das seit Monaten alle emotional bewegt, aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen", ergänzte Rettig: "Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür."

Rettig betonte, dass sein Verein für eine Willkommenskultur stehe "und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Klub schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird". 

"Bild"-Chefredakteuer Kai Diekmann bezeichnete den Verzicht als "Schade", erntete für seine Einschätzung bei Twitter, Flüchtlinge seien bei St. Pauli nicht willkommen (#refugeesnotwelcome) viel Kritik. Der Verein erhält dagegen im Netz viel Unterstützung für seinen Verzicht. Unter dem Hashtag #BILDnotwelcome, das es zweitweise in die Deutschlands-Trend schaffte, diskutierten die Twitter-Nutzer. Viele solidarisierten sich mit dem FC St. Pauli, Fans anderer Vereine forderten ihre Klubs zu einem ähnlichen Schritt auf.

Um ein Zeichen für die Flüchtlingshilfe zu setzen, hatte Hermes vom kommenden Freitag bis Sonntag bei allen deutschen Fußball-Profiklubs auf seine prominente Werbefläche verzichtet. Mit der Aktion sollen die Mannschaften "für eine aktive Willkommenskultur in Deutschland" werben.

(sid)
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