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| 07.10 Uhr

Fortunas Trainer Friedhelm Funkel
Ein Plädoyer für Optimismus

Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss
Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd
Düsseldorf. Die Zweitliga-Fußballer von Fortuna Düsseldorf kämpfen gegen das Trauma von 2013, als man aus der Bundesliga abstieg. Ihr Vorteil: Sie haben den Klassenerhalt selbst in der Hand. Trainer Friedhelm Funkel bleibt zuversichtlich. Von Bernd Jolitz

Die Pessimisten sehen das Frühjahr 2013 immer deutlicher vor sich. Wie ein Deja-Vu der übelsten Sorte nimmt sich der Verlauf der aktuellen Zweitligasaison für sie aus – zur Erinnerung: Damals, in Fortunas bislang einziger Erstliga-Spielzeit dieses Jahrtausends, hatten die Düsseldorfer 33 Spieltage lang nicht auf einem Abstiegs- oder auch nur dem Relegationsrang gestanden. Am Ende waren sie dann doch abgestürzt in die 2. Bundesliga, weil eine 0:3-Niederlage bei Hannover 96 sie von Rang 15 auf 17 hatte fallen lassen.

Auch in dieser Saison befand sich Funkels Mannschaft noch kein einziges Mal unter den letzten drei der Tabelle. Doch wenn es ganz schlecht läuft an den verbleibenden drei Spieltagen, dann könnte es erneut den tiefen Absturz zum Saisonfinale geben. Ein Szenario, das die Schwarzseher unter den Fortuna-Anhängern nach der 0:1-Niederlage erneut bei Hannover 96 am Sonntag als realistisch ansehen, das Funkel und seine Mannschaft jedoch weit von sich weisen.

"Der Auftritt war wichtig für die Moral"

Die Schlüsse, die sie aus der unnötigen Schlappe zogen, waren die richtigen. "Natürlich ärgere ich mich über die Niederlage", betonte der Trainer, "denn wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt." Mittelfeldspieler Marcel Sobottka, wie fast alle seiner Kollegen mit einer ordentlichen Leistung, ergänzte: "Keiner von uns ist zufrieden, wenn wir 0:1 verlieren, selbst wenn es bei einem Aufstiegskandidaten ist. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport. Auf der anderen Seite haben wir noch drei Spiele vor der Brust. Wenn wir die genauso angehen wie die jüngsten Partien, dann steigen wir ganz sicher nicht ab."

Der Trotz, den Sobottka in diesen Worten durchklingen ließ, war bei jedem im Düsseldorfer Tross zu vernehmen. Zweifeln, Angst haben, erst recht aufgeben – alles streng verboten. "Ich werde nicht unruhig", versicherte Funkel. "Warum sollte ich das auch? Wir mussten in Hannover fünf wichtige Stammspieler ersetzen, doch wir haben trotzdem einem Titelaspiranten Paroli geboten. Die Moral, die die Jungs gerade nach dem frühen Rückstand an den Tag gelegt haben, macht mich ein Stück weit stolz."

"Vielleicht war zu viel Respekt da"

Die entscheidenden Spiele, jene, in denen Fortuna die zum Klassenerhalt noch fehlenden Punkte holen muss, kämen ja erst noch. Beginnend mit dem Heimspiel gegen den Viertletzten Würzburger Kickers, der zwei Punkte hinter seinem Tabellennachbarn Fortuna platziert ist, am Samstag. Ein Endspiel? "Nein", sagte Sobottka, "unser Trainer sagt immer: Ein Endspiel ist dann, wenn danach keine Spiele mehr kommen. Und nach Würzburg kommen noch zwei. Aber gewinnen wollen wir natürlich trotzdem, das wird ja zu Hause wirklich mal wieder Zeit."

"Unsere Ausgangslage hat sich durch die Niederlage in Hannover nicht verschlechtert", meinte Funkel, obwohl in Aue (3:1 gegen Würzburg) und Kaiserslautern (3:1 in Karlsruhe) zwei Klubs an Fortuna vorbeigezogen sind. "Irgendjemand gewinnt da unten ja immer, erst recht, wenn zwei gefährdete Teams aufeinandertreffen", sagte der Coach.

 

Was ihn mehr interessiert ist, dass die Düsseldorfer immer noch zwei Punkte Vorsprung auf Platz 16 haben. Sollten sie Würzburg schlagen und Bielefeld tags darauf nicht in Bochum gewinnen, wären es fünf – bei dann noch sechs zu vergebenden Zählern sicher eine Vorentscheidung. Nur gewinnen muss Fortuna jetzt wirklich – damit die Pessimisten nicht am Ende doch richtig liegen.

 
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