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Fortuna Düsseldorf
Funkel nimmt seinen Spielern die Angst

Reaktionen: "Das ist phänomenal"
Reaktionen: "Das ist phänomenal"
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat beim 4:3-Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern begeisternden Offensivfußball gezeigt. Die Spieler sprachen nach der Partie davon, dass der neue Trainer Friedhelm Funkel ihnen die Angst genommen hat. Fast wäre es dennoch schiefgegangen.  Von Christoffer Kleindienst

Das hatten die Fortuna-Fans schon lange nicht mehr erlebt. Fast 90 Minuten lang bot ihr Team einen offenen Schlagabtausch mit dem Konkurrenten in der heimischen Arena – und das Beste war, dass am Ende ausnahmsweise mal die Gäste k.o. gingen. Nach nur 30 Sekunden nahm das Spektakel seinen Lauf, Charis Mavrias erzielte – aus einer Abseitsposition – den frühen Führungstreffer. Danach nahm sich die Partie nur zwei kürzere Verschnaufpausen: Sowohl Mitte der ersten Halbzeit als auch kurz nach der Pause ließen es die Teams ein wenig ruhiger angehen, ansonsten bot die Partie ein wildes Auf und Ab. 

Auch wenn der Heimerfolg beileibe kein Selbstläufer war, der Effekt des Trainerwechsels ist zunächst einmal eingetreten. Die Mannschaft, die am vergangenen Wochenende größtenteils mut- und ideenlos beim ebenso kriselnden SV Sandhausen 0:1 verlor, war nicht wiederzuerkennen. Funkel erwähnte seit seiner Vorstellung am Dienstagmittag immer wieder, dass er viele Gespräche mit seinen Schützlingen geführt habe. "Es war natürlich vertraulich. Was ich aber sagen kann: Alle glauben an den Klassenerhalt", erklärte der Coach.

Ein bisschen mehr war nach der Partie von den Spielern zu erfahren. Der 62-Jährige impfte seinen Spielern ganz offenbar eine gehörige Portion Mut und Ruhe ein. "Wir haben nun mit Friedhelm Funkel einen brutal erfahrenen Trainer, der viel von der Mannschaft wegnimmt und für Ruhe sorgt", lobte Axel Bellinghausen den Coach. Siegtorschütze Kerem Demirbay, der nicht von Anfang an auflaufen durfte, fand noch positivere Worte: "Er hat uns unheimlich viel Nervosität genommen – von jedem einzelnen. Wir haben sehr wenig Druck gespürt und konnten dadurch nur noch mit Kopf, Herz und Leidenschaft auftreten. Er hat die richtigen Worte gefunden."

Das war tatsächlich den Spielern anzumerken, die erfrischend unbefangen nach vorne spielten. Alles gut also? Nur bedingt.  "Wir müssen die richtige Mischung finden. Wir müssen auch mal Ruhe reinbringen, aber gepaart mit der nötigen Leidenschaft", sagte Funkel vor der Partie. Gewonnen hatten die Düsseldorfer, die Defensivleistung muss aber in den kommenden Wochen noch deutlich verbessert werden. Nicht nur das Kollektiv überzeugte nicht, auch individuelle Fehler schlichen sich mal wieder ein: Julian Schauerte, Alexander Madlung – die Liste ist lang.

"Wir müssen uns im Defensivverhalten enorm steigern, aber man kann sich in drei, vier Einheiten auch nicht alles erarbeiten", sagte Funkel passenderweise nach der Partie: "Ich bin mit jedem einzelnen Spieler zufrieden, auch mit denen, die nicht zum Einsatz gekommen sind, weil sie sich mit dem Team gefreut haben. So muss es in der aktuellen Situation sein. Die Mannschaft ist heute für ihre harte Arbeit belohnt worden. Das freut mich unheimlich." Funkel findet derzeit einfach die richtigen Worte.

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