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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Devise heißt: Jetzt erst recht!

Fortuna Düsseldorf trifft auf 1860 München: Jetzt erst recht!
Im Training ging es ordentlich zur Sache, gegen 1860 soll endlich der erste Sieg her. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Am Sonntag um 13.30 Uhr (Live-Ticker) kommt 1860 München als Drittletzter der 2. Bundesliga zum Schlusslicht zur Fortuna aus Düsseldorf. Ein Sieg muss dringend her. Von Matthias Goergens und Bernd Jolitz

Von Abstiegskampf ist bei Fortuna Düsseldorf keine Rede. Das mag überraschen, wenn eine Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga steht – doch die Verantwortlichen möchten die aktuelle Situation partout nicht unter diesen Titel stellen. "Das hat hier keiner ausgerufen, von uns kam das nicht", sagt Sportdirektor Rachid Azzouzi. Gleichwohl bleibt die Feststellung, dass den Düsseldorfern am Sonntag (ab 13.30 Uhr im Live-Ticker) in ihrer Arena eine richtungweisende Partie bevorsteht, wenn sich der Drittletzte 1860 München beim Schlusslicht vorstellt.

Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist: Darf man nach ganzen fünf Spieltagen wirklich schon von Abstiegskampf reden? "Wir wissen um die Situation und brauchen nichts zu beschönigen: Uns fehlen einfach bisher die Punkte", sagt Azzouzi. Allerdings hätte ebenso niemand nach fünf Spieltagen gesagt, die Fortuna sei nach möglicherweise fünf Siegen schon aufgestiegen. Auch wieder wahr.

Kramer: "Das ist eine gefestigte Truppe."

Auf alle Fälle hatte Trainer Frank Kramer mit seinen Spielern in den zwei Wochen der Länderspielpause ordentlich zu tun. Zum einen auf dem Platz: "Wir wollen vorne klarer und präziser werden, sonst kommen wir nicht entscheidend vors Tor. Defensiv lassen wir wenig zu, haben aber leider noch nicht zu null gespielt." Zum anderen, in Gesprächen die Stärken zu betonen und an den Schwächen zu arbeiten: "Jeder muss schauen, was er selbst verändern und verbessern kann, um den Erfolg zu erreichen. Die eigenen Wünsche stehen hintenan."

Was bekommen die Zuschauer also in der Arena zu sehen? Wird das "Abstiegskampf", mit Betonung auf der letzten Silbe, sein? "Den sechsten Spieltag in der Zweiten Liga", sagt Mittelfeldspieler Axel Bellinghausen trocken. Was aus seinem Munde nüchterne Gelassenheit ausstrahlen soll, aber er fügt noch an: "Von der Leistung sollte es in die richtige Richtung gehen. Vor allem aber ergebnistechnisch kann das wichtig für uns werden, endlich mal den ersten Dreier einzufahren."

Aber wie soll das ausgerechnet bei einem Heimspiel klappen? In diesem Jahr gab es erst einen einzigen Heimsieg - am 21. März mit dem 2:0 gegen den späteren Aufsteiger Darmstadt 98. "Naja, dieses Jahr gab es generell nicht viele Siege. Es muss nicht heißen, dass es uns auswärts leichter fällt. Trotzdem würde es sich jetzt anbieten, mal wieder dreifach zu punkten", sagt Bellinghausen. Denn sonst könnte bald aus der Ergebniskrise eine fußballerische Krise werden. Häufig genug schließlich hat man schon erlebt, dass ein Team, wenn es zunächst gut spielt und dennoch verliert, am Ende auch seine Leistungen den Ergebnissen anpasst.

Kramer sorgt mit Turniermodus für gute Trainingsstimmung FOTO: Falk Janning

Die Stimmung im Kader sei jedenfalls gut, versichert Kramer. "Angespannt schon, klar", beschreibt der Trainer. "Wir brauchen schließlich nicht darüber zu reden, dass wir in einer misslichen Situation stecken. Aber ich mache im Umfeld der Fortuna eine Jetzt-erst-recht-Stimmung aus, und die will ich auch von den Spielern auf dem Platz sehen." Und wie steht es um die Nervosität, den Druck, unbedingt ein Heimspiel gewinnen zu müssen? "Eine leichte Nervosität hält einen wach, lässt einen aufmerksam bleiben", sagt Kramer, der sich als gelernter Gymnasiallehrer und Uni-Dozent bestens mit Prüfungssituationen auskennt. "Und natürlich spüren auch die Spieler eine leichte Nervosität. Es wäre ja auch schlimm, wenn die Situation an ihnen völlig vorbeiginge." Letztlich haben es die Profis selbst in der Hand, ob Fortuna bald doch von Abstiegskampf sprechen muss.

Quelle: RP
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