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Ehemaliger Düsseldorfer
Jörn Andersen wird Trainer in Nordkorea

Das ist Jörn Andersen
Das ist Jörn Andersen FOTO: AP
Düsseldorf. Es ist ja nicht so, dass die Fußballgeschichte von Nordkorea ohne große Erfolge wäre. 1966 verhinderte die Nationalmannschaft einmal fast den Triumphzug der Portugiesen durch das WM-Turnier in England. Im Viertelfinale lag das Team schon 3:0 vorn, am Ende gab es ein 3:5. In der Vorrunde hatte Nordkorea Italien mit 1:0 bezwungen. Von Robert Peters

Solche Triumphzüge soll es nach dem Willen der sicher auch fußballerisch hochgebildeten Staatsführung bald häufiger geben. Deshalb wurde der Sportverband angewiesen, einen Trainer zu verpflichten, der sich mit dem Toreschießen auskennt. Nordkorea kam auf Jörn Andersen (53).

Vor 26 Jahren war der Norweger der erste ausländische Bundesliga-Torschützenkönig. Das war eine Zeit, in der noch Einsatz und Kopfballstärke den Weg durch gegnerische Strafräume ebneten. Andersen war nicht der Typ, den man filigran nennen könnte. Aber er war bei Eintracht Frankfurt der perfekte Abnehmer für feinfühlige Vorbereiter wie Uwe Bein, dem ein inniges Verhältnis zum Ball nachgesagt wurde.

Ohne Ballstreichler wie Bein blieb Andersen nur ein netter Kerl. Unter anderem in seiner kurzen Dienstzeit bei Fortuna Düsseldorf. Dort stellte er infolge unbegabterer Zuarbeiter die Torproduktion vorübergehend ein. Erst als er zur Eintracht zurückkehrte, schoss er den Gegnern wieder zuverlässig die Netze kaputt. So etwas geht bekanntlich nicht ewig weiter. Andersen war klug genug, frühzeitig die Weichen fürs Trainergeschäft zu stellen. Er arbeitete sich zielstrebig hoch. Und er führte Mainz 05 sogar in die Bundesliga.

Weil er sich aber in der Vorbereitung auf die Saison 2009/10 so ziemlich mit jedem im Klub verkrachte, musste er vor dem ersten Erstligaspiel gehen. Andersen habe mit der Mannschaft zu wenig gesprochen, sagte der Mainzer Manager Christian Heidel Jahre später. Damit hat der norwegische Trainer offenbar alle Anforderungen erfüllt, die das Regime in Nordkorea an einen strengen Übungsleiter stellt.

Quelle: RP
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