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Gegenpressing
Zur Erinnerung: Handball ist ein Mannschaftssport

Das ist Heiner Brand
Das ist Heiner Brand FOTO: ddp
Im Handball ist nur erfolgreich, wer als Team auftritt, wer es schafft, die Qualitäten aller zu bündeln und zu nutzen. Dazu kann auch gehören, Allüren oder Alleingänge zu akzeptieren, wenn sie dem gemeinsamen Ziel dienen. Von Eckhard Czekalla

Für viele ist Heiner Brand, der Mann mit dem Schnauzbart, noch immer das Gesicht des deutschen Handballs. Der Gummersbacher wurde Weltmeister als Spieler und als Trainer. Für das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) ist er nur noch ein ehemaliger hauptamtlicher Mitarbeiter, dessen Äußerungen über den DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning auf großes Unverständnis stießen.

Brand ist eine der Hauptfiguren in einem Machtkampf, der längst Züge einer Schlammschlacht hat. Wenn sich heute der DHB-Bundesrat trifft, fällt es selbst den größten Optimisten schwer, an einen "Frieden von Kassel" zu glauben. Was sich derzeit im deutschen Handball abspielt, lässt Freunde dieser Sportart verzweifeln. Die Ebene des des sachlichen Dialogs scheint unerreichbar zu sein. Da wird von Teamgeist und Fairness, Respekt und Achtung, Courage und Ehrlichkeit gefaselt, aber offenbar geht es überwiegend um persönliche Abrechnung. Denn Kritik an der Arbeit des DHB-Präsidiums sucht man bislang vergeblich.

Für seine Kritiker, allen voran Heiner Brand, ist Hanning selbstverliebt, einer, der Ideen klaut und als eigene verkauft, der Leute braucht und sie benutzt. Kurz: er ist nicht teamfähig. Aber nicht alle sehen dies so.

Handball: Abschiedsspiel für Heiner Brand FOTO: dpa, Uwe Anspach

Gestern trat ein Mann wieder ins Rampenlicht, der im März nach nur eineinhalb Jahren als DHB-Präsident überraschend zurücktrat. Bernhard Bauer hatte, offenbar zermürbt vom Kräftemessen mit Hanning, aufgegeben. Wie man nun weiß, aber nicht ganz. Er will wieder zurück, wenn die Grundregeln des Miteinanders eingehalten werden - sprich: wenn Hanning weg ist.

Schon Mitte Juni dachte Bauer an Rückkehr. Er schwieg, als die Findungskommission Anfang Juli den bisherigen Vize für Amateur- und Breitensport, Andreas Michelmann, als Nachfolger auf dem Chefstuhl vorschlug. Er wartete auch ab, als Ende Juli vier Landesverbände die Abwahl aller Vizepräsidenten beim außerordentlichen Bundestag am 26. September forderten.

Oscherslebens Oberbürgermeister Michelmann hat die Rückendeckung der Liga. Sollte er durchfallen, wollen vier der fünf DHB-Vizepräsidenten zurücktreten. Es wird spannend, heute in Kassel.

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Quelle: RP
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