| 21.13 Uhr

Führung ausgebaut
Goldmedaille für deutsche Dressurreiter liegt schon bereit

Olympia 2016: Deutsche Dressurreiter bauen Führung aus
Kristina Bröring-Sprehe zeigte eine herausragende Leistung mit Rapphengst Desperados. FOTO: ap
Rio de Janeiro. Deutschland hat seine Führung im Kampf um das erwartete Mannschaftsgold in der Dressur vor dem entscheidenden Grand Prix Special am Freitag weiter ausgebaut.

Die Weltranglistenerste Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados und die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth mit Weihegold hielten mit zwei großartigen Darbietungen und insgesamt 81,424 Prozentpunkten im Grand Prix die Briten (79,252) und die USA (76,971) auf Distanz.

"Wenn jetzt kein Drama mehr passiert, werden wir hoffentlich Gold nach Hause bringen", sagte Werth. Die hochzufriedene Bundestrainerin Monica Theodorescu sagte: "Es läuft wie am Schnürchen."

Großbritanniens anscheinend erneut unschlagbare London-Olympiasiegerin Charlotte Dujardin und ihr Wunderpferd Valegro verbuchten mit 85,071 Prozentpunkten die höchste Einzelwertung des Tages. Da reichten auch Bröring-Sprehe mit ihren 82,257 und Isabell Werth mit 81,029 nicht heran. Dennoch sagte "KBS" Dujardin zumindest indirekt den Kampf an: "Desperados hat nicht alles gezeigt, was er kann. Er steigert sich ja immer noch im Verlaufe eines Turniers."

Monica Theodorescu hatte jedenfalls an den Leistungen ihrer Equipe absolut nichts zu bemängeln. "Es ist alles wie früher - nur besser", sagte sie und spielte damit unter anderem wohl auch auf die harmonische Atmosphäre innerhalb der Mannschaft an. "Ich kann sagen, dass wir sehr, sehr gut vorbereitet sind, und das haben ja hier auch alle im Viereck gezeigt."

Gold in der Mannschaftswertung ist für die deutsche Dressur-Equipe das ganz große Ziel, daran hatten tags zuvor schon Dorothee Schneider und Sönke Rothenberger keinen Zweifel gelassen. "Das ist unser Hauptanliegen", versicherten auch Bröring-Sprehe und Werth unisono. Beide denken angeblich "überhaupt noch nicht" an die Einzelwertung, die am Montag in der Grand Prix Kür entschieden wird.

Kristina Bröring-Sprehe bekam schon für das Einreiten, Grüßen und Halten Noten bis zu 9,0. Ihr Sitz im Sattel wurde von einer Preisrichterin gar mit der Höchstnote 10 bewertet - Ausdruck eines wunderbar stimmigen Bildes einer schönen Reiterin und eines eleganten Pferdes. Allerdings hatten Dujardin und Valegro einiges mehr zu bieten: Insgesamt 13-mal zogen die Richter für das Traumpaar der britischen Reiterei und deren elegant-sportliche Darbietung die 10.

Bröring-Sprehe wusste nach dem Grand Prix allerdings sofort, dass noch Luft nach oben ist: "Die Pirouetten gehen schwungvoller, und in der ersten Piaffe war er ein bisschen zu heiß, die wollte er zu schnell wieder aufmachen." Mit "ganz großen Augen" sei Desperados in das beeindruckende Stadion gekommen, "auf der ersten Runde um das Viereck hatte er dann aber alles gesehen, und dann war er ganz cool".

"KBS" wird im Einzel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Medaille gewinnen, die Frage ist, ob es tatsächlich für die goldene reicht. Dujardin und Valegro ließen jedenfalls schon beim Einreiten in das Stadion mit einem kraftvollen, fast aggressiv erscheinenden Trab keinen Zweifel an ihren erneut goldenen Ambitionen.

Die besten sechs Teams und die besten acht Einzelreiter im Grand Prix sind für den Grand Prix Special qualifiziert, in dem am Freitag die Medaillen in der Mannschaftswertung vergeben werden. Die Einzelentscheidung fällt am Montag in der Grand Prix Kür.

(ems/sid)
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