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Dabei sein ist alles
Her mit dem Nordischen Triathlon

Olympia 2018: Her mit dem Nordischen Triathlon
FOTO: ap
Düsseldorf. Deutschland gewinnt Gold im Biathlon, Skispringen und in der Kombination. Deswegen braucht der Wintersport endlich die Symbiose aus allen drei Disziplinen. Von Stefan Klüttermann

Im Biathlon: Goldmedaillen durch Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer. Im Skispringen: Gold für Andreas Wellinger. Und in der Nordischen Kombination: Gold für Eric Frenzel. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Lässt sich diese Erfolgsbilanz der deutschen Olympioniken im Schnee von Pyeongchang in Zukunft noch irgendwie toppen? Die Antwort: Aber sicher. Am besten in einer neuen Sportart. Insofern: Gebt uns endlich den Nordischen Triathlon!

Dann gäbe es endlich auch die wirklich legitimen Könige des Wintersports. Die Kombination aus Skispringen und anschließendem Biathlon – das wäre doch genau die Sorte von Event, die die auf Vermarktung getrimmten Olympia-Macher mit Kusshand nehmen würden.

Wo hippe Disziplinen wie Slopestyle und Freestyle die Jugend der Welt für die Spiele neu begeistern sollen, würde ein Nordischer Triathlon Traditionalisten und Reformer in sich vereinen. Springen, laufen, schießen – das muss schließlich den Alleskönner schlechthin hervorbringen.

Die Frage, die wir Deutschen bis zur Einführung einer solchen Disziplin nur kurz klären müssten, lautet, ob wir Andreas Wellinger noch eben Laufen und Schießen beibringen. Oder doch lieber Laura Dahlmeier das Springen von der Schanze. Wahrscheinlich wäre es wohl am einfachsten, Eric Frenzel im Schießen zu schulen, um kurzfristig die größten Erfolge zu erzielen.

"Er ist kein normaler Mensch"

Bundestrainer Hermann Weinbuch konstatierte schließlich nach dessen Erfolg vom Mittwoch vielsagend: "Er ist kein normaler Mensch." Und normale Menschen braucht es für den neuen Wettbewerb ja auch nicht, eher Maschinen. Dazu allenfalls ein paar Jahre, bis aus neu zu schaffenden Jugendwettbewerben Talente das Erwachsenenalter erreicht haben.

Vielleicht könnte DOSB-Präsident Alfons Hörmann bei IOC-Chef Thomas Bach in den Tagen von Pyeongchang ja einfach mal vorfühlen, wie er dem Ganzen gegenübersteht. Als ehemaliger Olympia-Fechter dürfte Bach zumindest keine Vorbehalte gegenüber Sport an der Waffe haben. Und mit einer Disziplin, die Deutschland quasi Medaillen garantiert, ließe sich für ihn in der Heimat womöglich sogar die öffentliche Kritik an seiner Amtsführung ein wenig mildern.

Wir müssen ja auch nichts überstürzen. Sagen wir, zu den Winterspielen 2034 feiert der Nordische Triathlon Premiere. Ok? Es müsste sich halt nur noch eine Stadt finden, die noch Olympia ausrichten will.

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