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Verbraucher geben mehr Geld aus
Deutsche Wirtschaft in Frühlingslaune

Verbraucher geben mehr Geld aus - deutsche Wirtschaft in Frühlingslaune
Größtenteils eitel Sonnenschein: Die Wirtschaft boomt, die Verbraucher sind in Kauflaune. FOTO: dpa, k;cse dbo lof
München. So etwas gibt es selten: Industrie, Handel und Bau sind mit ihrer Geschäftslage und ihren Aussichten zufriedener, und auch die Verbraucher sind ausgabefreudiger. Aber nicht alle jubeln.

In der deutschen Wirtschaft macht sich Frühlingsstimmung breit. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai um 1,0 auf 107,7 Punkte. Die befragten Unternehmen schätzten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahr klar besser ein, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Mittwoch in München: "Die deutsche Wirtschaft wächst robust."

Im Baugewerbe stieg der Geschäftsklimaindex sogar auf den höchsten Stand seit dem Bauboom nach der deutschen Wiedervereinigung. Aufträge für Wohnhäuser und Gewerbebauten sorgten für beste Stimmung, erklärte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe.

Der Stimmungsaufschwung zeigte sich aber querbeet: Auch bei Industrieunternehmen, Groß- und Einzelhändlern liefen die aktuellen Geschäft besser, und sie zeigten sich auch optimistischer für die kommenden Monate.

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Viele Haushalte planen größere Anschaffungen

"Die deutsche Wirtschaft investiert wieder", sagte Wohlrabe. Investitionsgüterhersteller trugen jetzt wesentlich dazu bei, dass sich das Geschäftsklima in der Industrie zum dritten Mal in Folge verbesserte. Die Industrieunternehmen planen, ihre Produktion auszuweiten und mehr Personal einzustellen. Und das, obwohl die Exporterwartungen kaum zunahmen und aus den Schwellenländern weiter keine großen Impulse erwartet werden.

Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich nach einer Delle zum Jahresende wieder aufgehellt, wie das Marktforschungs- Unternehmen GfK in Nürnberg mitteilte. Viele Haushalte rechneten mit einem moderaten Wirtschaftswachstum und planten größere Anschaffungen.

Banken-Volkswirte warnten aber vor überschäumender Euphorie. "Man sollte die Tassen im Schrank lassen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Der Zuwachs des Ifo-Indexes "gleicht nur die Rückgänge der Wintermonate aus", und das Wachstum der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal werde sich im Jahresverlauf normalisieren.

KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sagte, die Binnenkonjunktur laufe rund. "Doch auch die Risiken muss man sehen. Für Europa ist das in vier Wochen anstehende Brexit-Referendum ein Schlüsselereignis."

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. Der Lage-Index kletterte im Mai von 113,2 auf 114,2 Punkte und der Erwartungs-Index von 100,5 auf 101,6 Punkte.

(dpa)
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