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Hannover
Hannover Messe wartet auf Obama

Hannover. Die Schau setzt auf die Industrie 4.0, die USA sind ihr Partnerland.

"Die diesjährige Hannover Messe wird zur Weltbühne für die vernetzte Industrie", sagt Messechef Jochen Köckler wenige Tage vor der Eröffnung der Weltleitmesse. Doch wenn US-Präsident Barack Obama am Sonntag mit Kanzlerin Angela Merkel die fünftägige Veranstaltung eröffnet, droht das Kernthema aus dem Blick zu geraten. Dabei hat das Thema es in sich: Es geht um die "Industrie 4.0", im diesjährigen Partnerland USA bekannt als "Industrial Internet".

Denn ob intelligente Roboter, selbstfahrende Autos, Drohnen, 3D-Drucker oder Supercomputer - die vierte industrielle Revolution hat längst begonnen und gilt als größte Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Messe ist daher ein Tummelplatz für alle wichtigen Akteure aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnologie. Anders als früher stehen nicht mehr so sehr die schweren Maschinen im Vordergrund, sondern der Austausch über das, was sich heute schon von der Welt von morgen umsetzen lässt.

Durch die Digitalisierung findet ein umwälzender Wandel statt, der auch vor der Arbeitswelt nicht halt macht. Ob automatisch gemolkene Kühe oder sich selbst organisierende Kühlschränke: Alle Bereiche sind betroffen. Deutschland und die USA haben eine enge Zusammenarbeit bei der Industrie 4.0 vereinbart. Es geht um Innovationen, Standards, Märkte und Arbeitsplätze. Darüber wollen in Hannover EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und der US-Handelsbeauftragte Michael Froman diskutieren.

Rund 90 Prozent aller heutigen Arbeitsplätze könnten in den nächsten fünf bis zehn Jahren vom digitalen Wandel betroffen sein, hatte EU-Digitalkommissar Günther Oettinger schon auf der Messe Cebit erklärt. Nach einer Prognose des Weltwirtschaftsforums könnte diese industrielle Revolution in den Industrieländern bis 2020 mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen - vor allem in Büros und der Verwaltung mit standardisierten Aufgaben. Die Digitalisierung wird auch zur sozialen Frage.

(dpa)
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