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Essen
Thyssenkrupp verhandelt über Stahlwerk in Brasilien

Essen. Thyssenkrupp steht offenbar kurz vor dem Verkauf seines Stahlwerkes in Brasilien (CSA). Der Essener Konzern befinde sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf unterrichtete Kreise. Kaufinteressent sei der Stahlkonzern Ternium. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg wolle wahrscheinlich weniger als den derzeitigen Buchwert der Anlage von rund zwei Milliarden Euro zahlen. Die Gespräche seien in einem fortgeschrittenen Stadium und könnten bis Jahresende abgeschlossen werden.

Das Werk in Brasilien hatte von Beginn an die Erwartungen verfehlt und Thyssenkrupp zeitweise an den Rand des Ruins gebracht. Grund war unter anderem der schlecht gewählter Standort in den Mangrovensümpfen südlich von Rio de Janeiro sowie zahlreiche Pannen beim Bau. Ein Verkauf unter Buchwert würde sich negativ auf die ohnehin schon dünne Eigenkapitalquote auswirken. Diese beträgt weniger als acht Prozent - üblich sind bei vergleichbaren Konzernen 20 bis 30 Prozent.

Man habe stets erklärt, dass man sich mittel- bis langfristig von dem brasilianischen Stahlwerk trennen wolle, teilte Thyssenkrupp mit. Daher sei es völlig normal, dass der Konzern Gespräche mit möglichen Interessenten führt.

Unterdessen hat sich der überraschende Wechsel an der Spitze des Tata-Konzerns auch auf den Thyssenkrupp-Kurs ausgewirkt. Die Aktie war gestern mit einem Minus von 3,13 Prozent Schlusslicht im Dax. Tata hatte am Montag den Abschied seines Chefs Cyrus Mistry nach rund vier Jahren an der Spitze des Mischkonzerns bekannt gegeben. Analysten rechnen damit, dass dies eine Fusion der beiden Stahlsparten noch einmal um sechs Monate aufschieben könne.

(maxi/rtr)
 
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