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Auch internationale Post betroffen
Warnstreik bei der Post - Hunderttausende Briefe bleiben liegen

Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post
Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post FOTO: AP
Berlin. Wegen eines erneuten Warnstreiks bei der Deutschen Post sind am Donnerstag hunderttausende Briefe und tausende Pakete liegen geblieben. Beschäftigte der Internationalen Post, einer Spezialniederlassung am Frankfurter Flughafen, legten am Mittwochabend die Arbeit nieder, rund 5000 weitere Mitarbeiter traten bundesweit mit Beginn der Frühschicht in den Ausstand, wie Verdi mitteilte.

Durch den Warnstreik bei der Internationalen Post werde sich die Abwicklung von rund einer Million Briefsendungen und rund 9000 Paketsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet ins Ausland verzögern, erklärte Verdi. Da auch eine Außenstelle der Internationalen Post nahe Fulda betroffen sei, werde die Auslieferung von Online-Bestellungen hauptsächlich aus China sowie internationaler Wochenzeitungen ebenfalls länger dauern. Zum Warnstreik aufgerufen waren auch die Brief- und Paketzusteller in mehreren anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, dem Saarland und Brandenburg.

Ein Sprecher der Post sagte, die Auswirkungen würden voraussichtlich geringer sein als bei den ersten Warnstreikrunden. Von insgesamt 3000 Standorten seien weniger als 200 betroffen. Bis zum Mittag hätten sich "etwas mehr als 2500 Mitarbeiter" an den Warnstreiks beteiligt. Von normalerweise 64 Millionen Briefsendungen würden sich voraussichtlich etwa eine Million verzögern. Von den normalerweise 3,5 Millionen Paketen hätten am Donnerstag vermutlich "einige tausend" nicht zugestellt werden können. Sie würden am Samstag oder spätestens am Montag ihr Ziel erreichen.

DHL testet den "Paketkopter" FOTO: dpa, Oliver Berg

Verdi erklärte, die erneuten Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion darauf, dass auch in der dritten Verhandlungsrunde in Siegburg am Montag und Dienstag kein Durchbruch erzielt worden sei. "Wir haben die Erwartung, dass die Deutsche Post AG am Verhandlungstisch endlich die Kurve kriegt und auf unsere Tarifforderung zum Vertragsbruch eingeht", erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. "Wenn es sein muss, legen wir auch noch nach", warnte sie.

In dem Tarifkonflikt fordert Verdi für die rund 140.000 Tarifkräfte eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Gewerkschaft kämpft gegen das neue Konzept für die Paketzustellung der Deutschen Post: Der Konzern hatte dafür zu Jahresbeginn 49 Regionalgesellschaften gegründet, in denen 20.000 Jobs entstehen sollen. Diese sollen allerdings nicht nach Haustarif, sondern nach den Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche bezahlt werden. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 8. und 9. Mai in Berlin statt.

Der Knackpunkt in dem Tarifstreit sei nicht das Arbeitszeitthema, sondern dass Verdi einen vollen Lohnausgleich wolle, erklärte der Post-Sprecher. Die Deutsche Post wisse aber noch nicht, was Verdi in der nächsten Lohntarifrunde fordern wolle, die in den kommenden Wochen beginnen werde. "Die jetzige Forderung würde ein Plus von sieben Prozent bedeuten", sagte er. Doch schon mit dem jetzigen Lohnkostenniveau, das etwa doppelt so hoch sei wie bei den Wettbewerbern, könne die Post "nicht lange weitermachen".

Wann macht der E-Brief Sinn? FOTO: ddp
(AFP)
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