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Serie: Wie fit ist NRW? (Teil 2)
Das sind die beliebtesten Sportarten in Deutschland

Düsseldorf. Fußballspiele erzielen im Fernsehen die höchsten Einschaltquoten. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Deutschen am liebsten nur kicken. Je nach Bundesland liegen auch Sportarten wie Turnen, Reiten oder Schwimmen im Trend. Auch die Menschen in NRW erfüllen das sportliche Klischee nicht.  Von Franziska Hein

Der Fußball ist die Sonne des Sportuniversums. Das Ballspiel ist unangefochter Nationalsport der Deutschen. Deswegen liegt er in der Liste der beliebtesten Sportarten zwar bundesweit ganz oben – aber nicht in jedem Bundesland. In Baden-Württemberg etwa turnen rund 166.200 Menschen mehr, das besagen die Mitgliederzahlen der Sportvereine, die die Landessportbünde für jedes Bundesland jährlich erheben (siehe Grafik unten). Auch in Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehen die Menschen lieber in den Turnverein als in den Fußballverein. Turnen  ist eine weibliche Sportart. Hier gehen besonders viele Mädchen im Alter von sieben bis 14 in den Verein (bundesweit rund 609.000) und Frauen ab 40 (921.400). Auch Frauen über 60 turnen noch überdurchschnittlich oft (etwa 737.200). Das zeigen die Zahlen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

In unserer Grafik informieren wir Sie über die beliebtesten Sportarten in Deutschland:

Fußball, Turnen und Tennis - das sind die beliebtesten Sportarten in NRW. Damit liegt das bevölkerungsreichste Bundesland auch bundesweit im Trend. Die Menschen in NRW interessieren sich aber auch besonders für Randsportarten wie Leichtathletik, Schwimmen oder Golfen (siehe Grafik oben). Hier sind die Nordrheinwestfalen bundesweit an der Spitze, was die Zahl der Mitglieder in den Vereinen angeht. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern machen hierzulande auch die meisten Menschen Badminton oder Judo. Das liegt nichtzuletzt am Sportunterricht in den Schulen. Wenn man die Statistik des DOSB betrachtet, wird deutlich, dass Badminton und Judo vor allem bei Jugendlichen beliebt sind. 

Dass in NRW auch die Randsportarten im Vergleich unter den Bundesländern überdurchschnittlich gut abschneiden, liegt nicht nur an der hohen Einwohnerzahl. NRW ist mit 17,84 Millionen das bevölkerungsreichste Bundesland. Im Schnitt sind hier aber nur etwa 23 Prozent der Menschen Mitglieder im Sportverein. In Bayern sind es zum Beispiel über 30 Prozent (siehe Grafik). "Es hat vor allem sportpolitische Gründe", meint Frank Rall vom Landessportbund NRW. Im Landeshaushalt sind 65,28 Millionen für den Sport festgeschrieben. Die Hälfte des Geldes gibt der Landessportbund an die sportlichen Fachverbände und nocheinmmal 20 Prozent an die Sportbünde, etwa den Stadtsportbund Düsseldorf. Diese Summe ist bis 2017 in einem Pakt mit der rot-grünen Landesregierung festgesetzt worden. "Das gibt Planungssicherheit", sagt Rall. 

Auch der Landessportbund tut viel dafür, um die sportliche Vielfalt in NRW zu erhalten. Er hilft etwa bei der Suche nach geeigneten Flächen und Hallen. Das sei im dichtbesiedelsten Bundesland häufig nicht leicht. Auf der anderen Seite ist die hohe Einwohnerzahl ein Grund dafür, dass überhaupt so viel angeboten wird. In bevölkerungsarmen Gegenden, etwa im Osten des Landes, sind verhältnismäßig auch weniger Menschen im Verein. In Brandenburg sind nur sieben Prozent in einem Sportverein, in Mecklenburg-Vorpommern gut zehn Prozent. 

 
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