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Städtereisen
Budapest - zehn Geheimtipps für Reisende

So schön ist Budapest
So schön ist Budapest FOTO: shutterstock/ anderm
Budapest. Die Stadt Budapest ist für eine Kurzreise sehr beliebt. Jüngere Urlauber wissen ihr Nachtleben zu schätzen, ältere ihre Kultur. Wir haben zehn Geheimtipps zusammengestellt, die Sie in kaum einem Reiseführer finden werden. Von Daniel Schrader

Ein Spaziergang durch die Budapester Gassen führt vorbei an prunkvollen Caféhäusern und grauen Plattenbauten. Das Stadtbild der Metropole hat sich in den vergangenen 100 Jahren stark verändert: Einst Residenzstadt des österreichischen Kaisers, anschließend Zentrum der ungarischen Sozialisten. Diese Gegensätze sind noch heute spürbar.

Parlament und Burgviertel lassen vorstellen, wie wohlhabend die Stadt damals war, während die von den Kommunisten aufgestellte Freiheitsstatue beweist, dass die Zeiten des Ostblocks noch sehr präsent sind. Zwischen diesen Welten präsentiert sich Budapest als moderne Metropole. Wer diese verschiedenen Facetten entdecken möchte, sollte fern der klassischen Sehenswürdigkeiten das einzigartige Flair der Stadt erleben.

Wir zeigen Ihnen, was Sie jenseits des Parlamentes sehen sollten, wo Sie gut essen und trinken können sowie welche Geschäfte und Attraktionen sich lohnen:

  • Elisabeth-Turm

Das Burgviertel und der Gellért Berg bieten eine gute Aussicht über die Stadt. Der beste Blick über die Donaumetropole findet sich aber auf dem Elisabeth-Turm im Nordwesten. Der Turm wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu Ehren der österreichischen Kaiserin Sissi erbaut. Vom Fuße des Johannesbergs geht es mit einer Seilbahn auf über 500 Meter Höhe hinaus. Bei gutem Wetter können Besucher sogar den Kékes, Ungarns höchsten Berg im Osten des Landes, erkennen.

Anreise: Mit der Metro M2 bis "Széll Kálmán tér" und von dort aus mit dem Bus 102 bis "Zugliget, Libegő".

  • Óbuda

Ursprünglich bestand Budapest aus drei Städten: Buda, Óbuda und Pest. 1873 wurden die drei Städte zum heutigen Budapest vereint. Für Touristen spielt Óbuda (deutsch: Alt-Buda) häufig eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht. Der Rathausplatz des Stadtteils lohnt aufgrund seiner fast vollständig erhaltenen Altbauten. Außerdem befinden sich in Óbuda Zeugnisse der römischen Stadt Aquincum wie beispielsweise die Ruinen des alten Colosseums.

Anreise: Mit der Metro M3 bis "Árpád Hid" und dann mit der Straßenbahn 1 weiter bis "Szentélek tér".

  • Memento Park

Die Spuren der kommunistischen Vergangenheit lassen sich in vielen osteuropäischen Städten entdecken. Weltweit einmalig ist hingegen der Memento Park am Stadtrand Budapests. Dort ist eine Menge von Statuen aus der kommunistischen Zeit ausgestellt. Im Gegensatz zu Statuen anderer ex-kommunistischer Städte wurden diese zur Zeit der Wende nicht zerstört, damit sie als Zeitzeugnis für die Nachwelt erhalten bleiben. Wer die imposanten Denkmäler der Sozialisten bestaunen möchte oder schon immer ein Foto mit Lenin machen wollte, sollte sich den Memento Park nicht entgehen lassen. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Anreise: Ein direkter Bustransfer fährt täglich um 11 Uhr vom "Deák tér" (Metro M1, M2 und M3) zum Memento Park.

  • Café Hadik und Szatyor Bar

Das 1910 eröffnete Café Hadik gehörte zu den traditionellen Caféhäusern Budapests und war ein beliebter Treffpunkt für Autoren. Nach einer zwischenzeitlichen Schließung während der kommunistischen Ära wurde das Café vor einigen Jahren mit neuem Konzept wieder eröffnet. Im vorderen Teil des Gebäudes lebt es sich dank restaurierter Holzmöbel wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Häufig begleitet von Live-Musik. Kaffee gibt es ab einem Euro. Abends können Reisende ab vier Euro Speisen der ungarischen Küche verköstigen.

Im anderen Teil des Gebäudes wurde mit der Szatyor Bar ein Szenetreff für Jüngere geschaffen. Die rustikale Einrichtung und viele moderne Kunstgegenstände kreieren eine Atmosphäre zwischen Ostalgie und Künstler-Atelier. Ein Bier kostet knapp zwei Euro, Cocktails gibt es ab drei Euro.

Anreise: Mit der Straßenbahn 18, 19, 41, 47, 48 oder 49 bis "Gárdonyi tér".

  • Bistro Kispiac

Ein gutes Restaurant in Budapest zu finden, ist mitunter schwierig. In der Innenstadt sind die Preise häufig überhöht, aber das Essen nur mittelmäßig. Wer gute ungarische Küche fernab der Touristenhorden genießen möchte, sollte das Kispiac aufsuchen. Das familiengeführte Bistro in Nähe des Parlaments bietet gehobene Küche ab zehn Euro. Da das Restaurant nur Platz für maximal 18 Gäste bietet, ist eine vorherige telefonische Reservierung dringend empfohlen.

Anreise: Mit der Metro M3 bis "Arany János utca".

  • Tip Top Bar

Der Aufstieg ist beschwerlich, doch er lohnt sich. Hoch oben auf einem Dach in der Nähe der ELTE-Universität befindet sich die Tip Top Bar. An schönen Sommertagen treffen sich hier Budapester Studenten und lassen bei Bier und Musik den Tag ausklingen. Von der Bar aus hat einen schönen Blick auf das Universitätsviertel in der Innenstadt. Bier gibt es ab zwei Euro, Snacks ab drei Euro.

Anreise: Mit der Metro M3 bis "Kálvin tér".

  • St. Gellért Bad

Über 100 Thermalquellen bieten die Grundlage für die unzähligen Thermalbäder in Budapest. Das unter Touristen bekannteste seiner Art ist das Széchenyi-Bad. Unter Budapestern ist dieses Bad als überfüllte Touristenattraktion hingegen verpönt. Sie gehen lieber ins Gellért Bad am Fuße des gleichnamigen Berges. Das im Jugendstil erbaute Gebäude bietet neben Thermalbecken auch Schwimmbecken und einen großen Wellnessbereich an. Der Eintritt kostet 17 Euro.

Anreise: Mit der Metro M4 bis "Szent Gellért tér".

  • Emergency Exit Escape Game

Ein kleiner Raum überwacht vom ungarischen Geheimdienst und 60 Minuten Zeit, um aus ihm zu fliehen. Beim Emergency Exit Escape Game stellen sich Reisende einem außergewöhnlichen Abenteuer. Eingesperrt in einen Raum müssen sie sich durch das Lösen von Rätseln befreien. Schaffen sie es nicht rechtzeitig, haben sie verloren. Während des Spiels werden die Teilnehmer stets von den Organisatoren überwacht und bekommen in der Not auch Tipps. Die Spielszenarien kosten je nach Anzahl der Teilnehmer zwischen 27 und 37 Euro.

Anreise: Mit der Metro M1 bis "Opera".

  • Designmarkt Wamp

In den vergangenen Jahren hat die Kunstszene der Stadt immer stärker an Bedeutung gewonnen. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der Designer Markt Wamp. An ein bis zwei Wochenenden im Monat bieten junge ungarische Künstler ihre Waren in der Innenstadt an. Zur Auswahl stehen Bilder und Kunstskulpturen auf der einen Seite sowie ausgefallene Mode und Schmuck auf der anderen Seite. Besonders junge Leute, die auf der Suche nach anderen Mitbringseln als Schneekugeln oder Briefbeschwerern sind, werden hier Alternativen finden.

Anreise: Mit der Metro M1, M2 oder M3 bis "Deák tér".

  • Tisza Schuhe

Die Schuhmarke Tisza ist ein Sinnbild für die Entwicklung Ungarns. Während des Kommunismus gegründet wurden Tiszas Sportschuhe nach der Wende zum Auslaufmodell, da nun auch beliebte Westmarken gekauft werden konnten. In den vergangenen Jahren hat die Marke eine Wiedergeburt erfahren. Dank ihres Retro-Stils sind die Schuhe mit dem charakteristischen "T" wieder häufiger auf den Straßen zu sehen und werden als Teil der ungarischen Kultur angesehen. Neben Sportschuhen befinden sich auch klassische Schuhe sowie Kleidung im Sortiment der Läden. Die Schuhe kosten zwischen 80 und 120 Euro.

Anreise: Mit der Metro M2 bis "Astoria".

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