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BKA ermittelt weiter in alle Richtungen
100 Ermittler sollen Anschlag auf BVB-Bus klären

BKA ermittelt weiter in alle Richtungen: 100 Ermittler sollen Anschlag auf BVB-Bus klären
FOTO: dpa, mku jai kde
Dortmund. Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB) ermittelt das Bundeskriminalamt (BKA) weiter in alle Richtungen. Mehr als hundert Beamte seien an den Ermittlungen beteiligt, sagte eine Behördensprecherin am Samstag.

Informationen der "Welt am Sonntag", dass der bei dem Anschlag verwendete Sprengstoff möglicherweise aus Beständen der Bundeswehr stamme, bestätigte sie nicht. Für derartige Aussagen sei es "viel zu früh". Rund 100 Ermittler sind zur Aufklärung des Bombenanschlags auf den Bus von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund im Einsatz.Demnach besteht die Sonderkommission aus Fahndern einer für vergleichbare Sicherheitslagen typischen "Besonderen Aufbauorganisation" (BAO) des Bundeskriminalamtes (BKA) mit dem Namen "Pott" und Beamten aus Nordrhein-Westfalen.

Bei dem Anschlag am Dienstagabend waren drei Sprengsätze in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses explodiert, als sich die Spieler auf dem Weg zu der Champions-League-Partie gegen den AS Monaco befanden. Dabei wurden der BVB-Fußballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

Bislang ist noch völlig unklar, wer den Anschlag verübt hat. Ein nach der Bombenattacke festgenommener Iraker kam zwar wegen Verdachts der Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Untersuchungshaft, eine Beteiligung an dem Anschlag konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Am Tatort gefundene Bekennerschreiben mit islamistischem Anklang halten Experten einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" zufolge für wenig glaubhaft.

Im Internet war außerdem ein Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene veröffentlicht worden, an dessen Echtheit aber auch erhebliche Zweifel bestehen. Die Bundesanwaltschaft prüft derzeit eine beim Berliner "Tagesspiegel" eingegangene E-Mail mit rechtsextremen Bezügen, in der ebenfalls die Verantwortung für den Anschlag übernommen wird.

(dafi/AFP)
 
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