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Rodungen für den Tagebau
Armin Laschet soll im Streit um Hambacher Forst vermitteln

Hambacher Forst: Armin Laschet soll im Streit vermitteln
Umweltschützer des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) halten im Hambacher Forst ein Transparent mit der Aufschrift "Klima schützen! Wald retten! Kohle stoppen!". FOTO: dpa, mb
Kerpen. Umweltschützer haben gegen den Tagebau Hambach und Rodungen am Tagebaurand geklagt. Ein Gericht hat die Rodungen vorläufig gestoppt. Nun fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz, dass sich Ministerpräsident Armin Laschet einschaltet.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND/NRW) hat an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) appelliert, im Konflikt um den Braunkohletagebau Hambach zu vermitteln. Der gerichtlich verfügte vorläufige Rodungsstopp für den Hambacher Wald eröffne ein Zeitfenster dafür, sagte der NRW-Landesvorsitzende des BUND, Holger Sticht, am Mittwoch am Tagebaurand in Kerpen.

Ministerpräsident Laschet habe die Chance, zwischen den Parteien zu vermitteln, "und er hat die Chance, ein Zeichen der Deeskalation zu senden", sagte Sticht. Im Rechtsstreit um den Tagebau hätte Laschet als Vertreter des beklagten Landes einem vom Verwaltungsgericht Köln vorgeschlagenen Vergleich zustimmen können, meinte Sticht. Der Vergleich sah vor, den Hambacher Wald zu verschonen, während der Tagebau weiterlaufen würde.

Aktivisten stören Rodungen im Hambacher Forst FOTO: dpa, mb

Das Land hatte den Vergleich abgelehnt, weil dieser aus seiner Sicht gegen den bis zum Ende des Tagebaus laufenden Braunkohleplan verstoße. RWE hielt den Vorschlag für bergtechnisch nicht umsetzbar.

Gericht stoppte die Rodung

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte am Montag die konfliktbeladene Rodung im Hambacher Wald vorläufig gestoppt. Dieses Urteil gilt bis zu seiner Entscheidung in einem Eilverfahren, mit dem der BUND die bis Ende 2017 geplanten Rodungen stoppen lassen will. Mit der so genannten Zwischenentscheidung wollte das Gericht verhindern, dass der Wald bis zu der endgültigen Entscheidung schon gerodet ist.

Der Tagebaubetreiber RWE Power rechnet mit einer Entscheidung des OVG Münster in "angemessener und überschaubarer Zeit", wie das Unternehmen mitteilte. Falls die beantragten Rodungen in der zulässigen Periode bis Ende Februar nicht möglich wären, "würde dies bereits relativ kurzfristig zu einem Stillstand des Tagebaus und damit zu einem deutlichen Einbruch in der Kohleförderung führen", stellte RWE fest. Das Zeitfenster für die Rodungen sei ohnehin schon um zwei Monate kleiner geworden, weil RWE Power die Gerichtsentscheidung in erster Instanz abgewartet hatte.

Das Land könne immer noch eine einvernehmliche Lösung herbeiführen, meint dagegen die Grünen-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag. Auf ihren Antrag hin wird sich der Landtag am Donnerstag mit dem Hambacher Wald in einer Aktuellen Stunde befassen.

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Angesichts eines bevorstehenden Kohleausstiegs sei die Abschaltung einer Kraftwerksleistung von sieben Gigawatt realistisch; damit wäre die weitere Rodung des Waldes überflüssig, meinen die Grünen. "Daher könnte auf die Rodungen verzichtet werden bis auf Bundesebene über den Kohleausstieg entschieden ist", schlagt die Grünen-Fraktion vor.

(lsa/lnw)
 
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