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Dinslaken
In der Fliehburg herrscht weiter drangvolle Enge

Dinslaken. Zurzeit kommen keine neuen Flüchtlinge an. Dennoch hält die Caritas den Ausbau der Unterkunft für notwendig.

Die Nachricht, dass laut einer Umfrage nur noch die Hälfte der nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkünfte belegt sind, weil der Zufluss von Menschen aus Krisenregionen derzeit nahezu verebbt ist, hat wenig mit der Lage in der Dinslakener Fliehburg zu tun. "Die Situation ist teilweise immer noch sehr beengt. Das liegt aber auch daran, dass wir Menschen aus anderen Einrichtungen dort unterbringen wollen", sagt Caritasdirektor Michael van Meerbeck.

Insgesamt leben 884 Flüchtlinge in der Fliehburg, der ehemaligen Fröbelschule, an der Karlstraße sowie im ehemaligen Kindergarten an der Taubenstraße. Das sind gut 30 Menschen weniger als noch vor sechs Wochen. Und derzeit kommen keine neuen Flüchtlinge nach Dinslaken.

Dass dadurch der eine oder andere freie Raum in der Fliehburg entstanden ist, führt bereits zu Begehrlichkeiten. Denn immer noch gibt es Familien, die sich zu fünft einen einzigen Raum teilen müssen, dort sehr beengt leben. Das geht zum Beispiel einer Familie aus Syrien so, um die sich Kinobetreiberin Heidrun Grießer ehrenamtlich kümmert. Sie wirft der Caritas vor, bei der Raumbelegung nicht immer den Durchblick zu haben. Das führe dazu, dass Räume tagelang nicht genutzt werden, obwohl etwa die syrischen Eltern und ihre drei Kinder dringend mehr Platz bräuchten.

Die Caritas hingegen erklärt, dass man derzeit die Belegung der Flüchtlingsunterkünfte umstrukturiere. Aufgrund des bevorstehenden Ramadans sei man bestrebt, dass bis Anfang Juni möglichst viele Menschen von der Taubenstraße und aus der ehemaligen Fröbelschule in die Fliehburg umziehen, weil sie nur dort alleine ihr Essen zubereiten können, was besonders im Fastenmonat von großer Wichtigkeit ist. In der Fröbelschule und an der Taubenstraße wird das Essen jedoch angeliefert. "Das hier ist nun mal eine Notunterbringung, und wir haben noch nicht für jede Familie genügend Platz" erklärt der Caritasdirektor. Michael van Meerbeck hofft, dass sich die Situation entspannt, wenn bald die nächsten neuen Gebäude an der Fliehburg fertiggestellt sind. Dass sich die Situation auf Dauer entspannt, glaubt er indes nicht: Die Prognosen der Bundesregierung bedeuteten für Dinslaken, dass man in diesem Jahr mit etwa 600 neuen Flüchtlingen rechnen müsse. Die vom Rat beschlossenen weiteren Ausbaupläne seien deshalb dringend notwendig, man warte darauf, dass der Beschluss zügig umgesetzt wird. Das habe die Verwaltung auch zugesagt.

(kub)
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