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Tsv Bayer Dormagen
Gegen Baunatal fordert der Coach 100 Prozent

Tsv Bayer Dormagen: Gegen Baunatal fordert der Coach 100 Prozent
Gegen Essen erzielte der am Knie verletzte Max Bettin fünf Treffer. Auch ins Heimspiel gegen Schlusslicht Eintracht Baunatal geht der Dormagener angeschlagen. FOTO: Heinz J. Zaunbrecher
Dormagen. Mit einem Heimsieg über das abgeschlagene Schlusslicht könnte Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen die Abstiegsränge verlassen. Von Dirk Sitterle

Die Aussicht ist verlockend: Gewinnt der TSV Bayer Dormagen morgen Abend (19 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter) sein Heimspiel gegen das Schlusslicht GSV Eintracht Baunatal, könnte er mit etwas Glück die Abstiegsränge der Zweiten Handball-Bundesliga verlassen. Denn die in Reichweite liegenden Konkurrenten TuSEM Essen (erwartet heute Abend den ASV Hamm-Westfalen) und HG Saarlouis (muss morgen in Bad Schwartau ran) stehen vor schweren Aufgaben.

Doch mit derlei Planspielen hat sich Trainer Jörg Bohrmann im Vorfeld der Partie nun überhaupt nicht beschäftigt. Wie Bundestrainer Joachim Löw, der von seinen Fußballern stets "högschte Konzentration" fordert, schickt er seine Jungs mit diesem Arbeitsauftrag in die Partie: "Sie müssen einhundert Prozent geben. Sind es nur 90 Prozent, verlieren wir." Diese Erfahrung musste der TSV schon in Baunatal machen. Am 16. November setzte es dort eine 32:35-Pleite - bis zum heutigen Tag der einzige Sieg des Neulings vor heimischem Publikum. Ausschlaggebend damals, erinnert sich Bohrmann, sei die ganze schwache Abwehrleistung in der zweiten Hälfte gewesen.

Dass die Eintracht mittlerweile den Trainer gewechselt hat - Ralf Horstmann musste Markus Berchten Platz machen - und sich aufgrund der finanziellen Schieflage am Ende der Saison ohnehin aus der 2. Liga zurückziehen wird, interessiert Dormagens Trainer darum ebenso wenig wie die Negativserie der Nordhessen, die seit dem Coup gegen Bayers Bubis 18 Mal in Folge sieglos blieben. Stattdessen mahnt er: "Das ist eine erfahrene und gute Mannschaft, die souverän aufgestiegen ist. Baunatal war in vielen Spielen dran, da fehlten oft nur Kleinigkeiten."

Als Beleg dient ihm das 24:24 vor knapp drei Wochen gegen Coburg, aber auch das 22:26 (19:19 in der 44. Minute) zuletzt gegen Bad Schwartau: "Teams, gegen die wir klar verloren haben." Die personelle Ausstattung des Neulings ist so schlecht nicht: Bohrmann erkennt im Rückraum in Phil Räbiger und Paul Gbur starke "Halblinke", dazu der junge Kreisläufer Marius Fuchs, Regisseur Marvin Gabriel, den der TSV-Coach "für einen der stärkeren Mittelleute in der Liga" hält, sowie das vorzügliche Torhüter-Duo Constantin Paar und Maximilian Kroll - das alles ergibt einen jederzeit gefährlichen Widersacher. Bohrmann: "Nach der ersten Down-Phase, als der Mannschaft mitgeteilt wurde, dass es nicht mehr weitergeht, hat sich Baunatal wieder gefangen und den Spaß am Handball zurückgefunden. Darum sage ich: Dieses Spiel wird noch schwerer als das gegen Essen, obwohl wir auch da schon unter Druck standen."

Nach der 30:25-Galavorstellung an Gründonnerstag gegen TuSEM hatte der Trainer seinen Schützlingen erstmal vier Tage freigegeben, "denn sie waren sehr, sehr müde und sehr angeschlagen". Seit Dienstag läuft die Vorbereitung auf das Duell mit Baunatal. Passen musste dabei allerdings neben Peter Strosack, der mit angerissenem Kreuzband im Knie noch bis Mai auf Eis liegt, auch weiterhin Torhüter Max Jäger. Weil der 25-Jährige nach seinem Trainingsmalheur mit Löchern im Trommelfell noch bis Ende des Monats ausfällt, hat der TSV vom Drittligisten OSC Löwen Duisburg den mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Schlussmann Matthias Broy angefordert. Der 23-Jährige hatte bereits beim Match in Essen auf der Bank des Zweitligisten gesessen, war jedoch nicht zum Einsatz gekommen. Der von Knieproblemen geplagte Rückraumschütze Max Bettin ließ es im Training etwas lockerer angehen. Bohrmann hofft inständig, dass der so treffsichere Jugend-Europameister von 2012 bis morgen Abend wieder voll einsatzfähig ist.

Quelle: NGZ
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