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Lokalsport
Mit Kovalik steigen die Chancen

Düsseldorf. Am letzten Spieltag der Tennis-Bundesliga hat der Rochusclub noch eine kleine Chance auf die Meisterschaft - ein Sieg gegen den TK Blau-Weiß Aachen vorausgesetzt. Allerdings bangt Teamchef Detlev Irmler um den Einsatz des Slowaken. Von Tino Hermanns

Nein, einen Spion will Detlev Irmler nicht auf die Tennisanlage des Badwerk Gladbacher HTC schicken. "Ich habe genug damit zu tun, unsere eigenen Spiele über die Bühne zu bekommen", meint der Teamchef des Allpresan Rochusclub Bundesligateams. Dabei hat der Ausgang der Tennis-Bundesligapartie der Gladbacher gegen den derzeitigen Ligaprimus TK Kurhaus Lambertz Aachen die gleiche Bedeutung im Kampf um den Titel wie das Ergebnis der Partie TK Blau-Weiß Aachen gegen den Rochusclub.

Spielen Kurhaus und Gladbach am morgigen letzten Bundesligaspieltag Unentschieden und gewinnen die Düsseldorfer, ist der Rochusclub Deutscher Meister. Gewinnt allerdings Kurhaus, gehört dem Kurhaus-Team der Titel. Behält Gladbach gemeinsam mit dem Rochusclub die Oberhand, muss gerechnet werden. Dann kommen die einzelnen Matchpunkte und eventuell sogar das Satzverhältnis ins Spiel (siehe Info). "Natürlich versuchen wir, das Zipfelchen der Meisterschaft zu erhaschen, das sich uns entgegen reckt. Das klappt aber nur, wenn sich die Umstände ergeben. Wir haben es ja alleine nicht in der eigenen Hand", erklärt Irmler. "Egal wie es ausgeht, ich werde mit Freude auf die Saison zurückblicken."

Um das Zipfelchen zu erhaschen, hat Irmler noch mal so richtig in die eigentlich leere "Mannschaftskasse" gegriffen, sämtliche Cents zusammengekratzt und alle Möglichkeiten, die sein Kader ihm noch bietet ausgereizt. Er würde gerne mit Jozef Kovalik (Weltrangliste 127), Filip Horansky (359), Peter Torebko (389), Mats Moraing (438), Matwe Middelkoop (Doppel 46) und Wesley Koolhof (Doppel 48) antreten. Allerdings sind Kovalik und Torebko Wackelkandidaten. Je nachdem, wer sich beim Turnier in Cincinnati/Ohio (USA) in die Teilnehmerliste einträgt, rutscht Kovalik noch ins Feld des ATP-Turniers.

Und Torebko kämpft gerade bei einem Future Turnier in Rumänien nicht nur mit den Gegnern, sondern auch mit dem Wetter. Die Gegner hat er bisher im Griff gehabt, mit dem Wetter ist das aber so eine Sache. Zwischen 40 Grad bei strahlendem Sonnenschein und heftigen Regengüssen mit Matchverschiebungen wechselte es. Heute sollen zwar die Finals gespielt werden. Aber wer weiß? Bei dem Wetter. "Wenn wir mit Jozef spielen können, sind wir vielleicht zu 55 Prozent der Favorit. Ohne Jojo übernimmt Aachen die Favoritenrolle", vermutet Irmler.

Ganz wichtig ist, dass die Doppelspezialisten Middelkoop und Koolhof an Bord sind. Sollten Kovalik und Torebko fehlen, sind sie doppelt wichtig. Das zeiget sich schon gegen Bruckmühl Feldkirchen, als die beiden Niederländer wegen Personalproblemen auch im Einzel antreten mussten und auch gewannen. So trug das Davis Cup-Doppel aus dem Nachbarland drei der fünf Punkte zum Sieg bei.

Dennoch, sollten Middelkoop und Koolhof erneut als Einzelspieler eingesetzt werden müssen, wechselt die Favoritenrolle zu den Aachenern. Auch, weil wohl der frühere Rochusclub-Akteur Igor Sijsling (112) gegen seine "alte Heimat" zum Schläger greifen wird. Die Aachener hatten ihren aktuellen Spitzenspieler zum vorletzten Spieltag extra aus den Vereinigten Staaten einfliegen lassen. Mit Erfolg, denn nach dem 3:3 gegen Halle hatten die Aachener den Klassenerhalt sicher. Sijsling spielt ab Montag beim ATP-Challenger-Turnier in Meerbusch und wird sich daher Matchpraxis in der Bundesliga holen. "Aachen ist überraschenderweise am Saisonende richtig heiß", stellt Irmler fest. "Ich rechne mit einem starken Gegner." Dazu kann die "belgische Armada" aus Ruben Bemelmans (180), Yannick Mertens und Yannick Reuter (230) zählen.

Derweil zeigt sich der Rochusclub-Teamchef verwundert über den Einsatz seines Ex-Schützlings "Dass Igor spielt, wurmt mich etwas. Schließlich hat ihn der Rochusclub während seiner hartnäckigen Verletzungsprobleme zwei Jahre lang durchgeschleppt. In dieser Zeit hat er kein Spiel gewonnen", erinnert sich Irmler, fügt aber versöhnlich hinzu: "Aber er hat sich auch als Teamplayer erwiesen und sich trotz Verletzung aufs Feld gestellt. Er ist ein Freund."

Ein Freund, der eventuell den ersten Meistertitel des Rochusclubs verhindert?

Quelle: RP
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