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Neues Buch
Diese 30 Frauen prägten Düsseldorf

Fünf Düsseldorferinnen, über die Sie mehr wissen sollten
Fünf Düsseldorferinnen, über die Sie mehr wissen sollten FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Was haben Herzogin Sophie von Sachsen-Lauenburg und Rockröhre Doro Pesch gemeinsam? Zwischen ihren Geburtstagen liegen zwar mehr als 500 Jahre. Aber beide sind sie starke Frauen, die Düsseldorf prägten. 30 solche Damen porträtiert Stadtführerin Antje Kahnt jetzt in ihrem neuen Buch. Von Regina Goldlücke

Die Autorin spaziert oder radelt seit Jahren als "Stadtstreicherin" mit Gästen durch Düsseldorf und kam dabei einer Vielzahl spannender Frauenschicksale auf die Spur. "Die meisten wurden von der Geschichte zu wenig beachtet", stellte Antje Kahnt fest. In jeder freien Minute war sie mit ihrem "Damenkreis" auf Tuchfühlung, schleppte Material und Tablet immer mit sich herum - das Portrait über Fotokünstlerin Hilla Becher entstand auf einer Zugfahrt nach Hamburg.

Zu den historischen Figuren hatte sie durch ihre Führungen einen guten Zugang und dachte, diese Kapitel würden ihr besonders leicht fallen. Es kam anders, wie sie am Beispiel von Friederike Fliedner erklärt. "Diese Frau hatte ein so unglaublich schweres Leben. Alles musste sie als Assistentin ihres Mannes während dessen häufiger Abwesenheit stemmen, den Haushalt, die Organisation der Diakonie, die vielen Kinder, die eins ums andere starben. Mir ging das so nahe, dass ich nur mit einem Kloß im Hals über sie schreiben konnte."

Mit den noch lebenden Düsseldorferinnen beschäftigte sie sich zunächst nur auf Drängen des Verlags. "Ich habe mich da ein bisschen geziert", gibt Antje Kahnt zu. Doch dann traf sie zu ihrem Vergnügen auf Frauen wie die Literatin Alla Pfeffer, Ex-Bürgermeisterin Marlies Smeets oder Modeschöpferin Barbara Schwarzer und fühlte sich bereichert.

Nicht alle Wunschkandidatinnen gaben ihr ein Interview. Gabriele Henkel etwa winkte ab. "Schade", meint Antje Kahnt. "Ihre geistreichen Bonmots und ihre prägnante Art, sich auszudrücken, gefallen mir sehr." Weil es aber sehr viele Dokumente über Gabriele Henkel gibt, ist sie trotzdem im Buch vertreten.

Ein Liebling der Autorin ist die Schauspielerin Luise Rainer (1910-2014), die in Hollywood Karriere machte und zwei "Oscars" gewann. "Eine echte Marke", sagt sie, "vom Typus her seelenverwandt mit mir, sie hatte auch den Schalk im Nacken. Ihren Chef Gustav Lindemann brachte sie zur Weißglut. Trotzdem holte er sie immer wieder ans Schauspielhaus, sie war halt begnadet."

Die bunte Biografie der gebürtigen "Preußin" Antje Kahnt: Wirtschaftsstudium in Dresden, nebenbei Stadtführerin bei Busreisen nach Paris. Umzug nach Düsseldorf wegen eines Jobs in einer Werbeagentur, den sie bis heute ausübt. Noch frisch in der Stadt machte sie direkt die Prüfung zur Stadtführerin und zog zunächst mit riesigem Lampenfieber los, weil sie glaubte, sich in Paris besser auszukennen.

Für ihre Traumstadt an der Seine lässt die zweifache Mutter noch heute (fast) alles stehen. Aber mittlerweile wurde Düsseldorf, das gar nicht so kleine Klein-Paris, zu einer fast ebenbürtigen Liebe: "Sehr offen und authentisch." "Ich werbe kräftig für diese noch immer unterschätzte Stadt und verstehe mich als ihre Botschafterin."

Quelle: RP
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