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Bilk
Kochen mit Nachbarn in der Spieloase

Bilk. Man mus auch unter erschwerten Bedingungen versuchen, mit dem auszukommen, was zur Verfügung steht. Trotz der schier endlosen Wartezeit auf die dringende Erweiterung der Spieloase in Bilk findet die tägliche Arbeit für Leiterin Gerti Kobarg und ihr Team ihren Fortgang. Und dabei richten sich die Angebote keineswegs nur an Kinder. Von Marc Ingel

So auch jetzt mit dem letzten Kochprogramm für dieses Jahr. Dafür konnten vor allem Familien über den im Stadtteil gelegenen Welcome Point 3 der Diakonie gewonnen werden. An der Merowingerstraße 24 befindet sich jener offene Treff für Menschen, die neu in Düsseldorf sind sowie weitere Interessierte. Viele Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern werden hier willkommen geheißen. Der Wille, regionale Projekte im Stadtteil zu unterstützen, führte in diesem Kontext zu dem Projekt "Küche, Kultur, Nachbarschaft" - kurz "KüKuNa". "Das gemeinsame Kochen und Essen mit der Vorstellung der jeweiligen heimatlichen Gerichte, das sollte neben dem gegenseitigen Kennenlernen dabei im Vordergrund stehen", erklärt Kobarg. Mit Begeisterung nahmen junge Frauen und Männer gleichermaßen diesen Vorschlag auf. Sie kümmerten sich sowohl um den Einkauf, als auch um die Vorbereitungen.

"Die Idee, Küche, Kultur und die Menschen zusammenzubringen, das sind vorrangige Ziele des schon Anfang 2009 begonnenen Projekts unseres Vereins", sagt Kobarg. In länderspezifischen Koch- und Kulturangeboten sollen sich die Nachbarn vorstellen und auch die Gastgeberrolle übernehmen. Die Spezialitäten der fremden Küchen und der anderen Kulturen können so entdeckt werden.

"Das gemeinsame Vorbereiten, Kochen und Essen fördert es, den Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen und Freude am gemeinsamen Tun zu entdecken", erklärt das Vorstandsmitglied des Vereins "Spielen und leben in Bilk". Intention sei es, Vorurteile abzubauen, Verbindendes zu entdecken und Toleranz gegenüber Andersartigkeit aufzubauen.

Derartige Angebote auch für Erwachsene könnte die Spieloase natürlich noch sehr viel besser durchführen, wenn endlich die lang ersehnte Erweiterung erfolgen würde. Denn auch viele ältere, oft alleinlebende Menschen finden an der Brunnenstraße eine Begegnungsstätte. Die Pläne für den Ausbau der benachbarten, gut 170 Quadratmeter großen und leerstehenden Halle liegen bereits seit langem in der Schublade. Aber noch hakt es mit der Finanzierung (mindestens 700.000 Euro). Das Jugendamt hofft auf eine Unterstützung (90 Prozent) durch das Land über das Investitionsprojekt "Soziale Integration im Quartier NRW 2017". Eine Antwort auf den Antrag der Stadt steht aber noch aus.

Quelle: RP
 
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